Junge Briten völlig hemmungslos

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Zumindest, was den Tausch von Musik anbelangt. Die Musikindustrie des Insel-Königreichs zeigt sich angesichts neuer Zahlen tief geschockt.

Durchschnittlich 842 Songs dubiosen Ursprungs habe der junge Brite auf seinem Abspielgerät, hat die University of Hertfordshire herausgefunden, und mehr als die Hälfte der jungen Menschen habe auch keine Skrupel, mit einander, nein, nicht Körperflüssigkeiten, sondern den musikalischen Bestand der Festplatte auszutauschen.

Das haut selbst Fergal Sharkey aus den Socken, der einst als Punk mit den Undertones von “Teenage Kicks” sang, jetzt aber seine Brötchen als CEO des Dachverbands britischer Musikurheber verdient.

Insgesamt sollen 48 Prozent aller Songs auf PMPs aus Quellen stammen, die zumindest die Musikindustrie nicht für legal hält; in der Altergruppe der 14- bis 17-Jährigen sind es sogar 61 Prozent. Das Interesse am CD-Brennen dagegen scheint genauso zu erlahmen wie das am Kauf der physischen Tonträger: Nur knapp jede siebte CD soll kopiert worden sein.

Immerhin konnte Sharkey auch verkünden, dass es einen Heilsweg geben könnte: 80 Prozent der Downloader seien nämlich durchaus bereit, für Musik zu zahlen, und zwar für einen legalen Abo-Dienst – sofern er nicht deutlich teurer wird als 10 britische Pfund. [gk]

musikwoche.de