IBM-Supercomputer bootet mit Linux oder Windows

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Bei Desktop-PCs hängt sich oft Linux als Dual-Boot-Alternative an Windows. Im Revier der Supercomputer hingegen spielt Windows die zweite Geige – mit Abstand.

Im High Performance Computing (HPC) dominiert Linux mit 85 Prozent aller Systeme, während Windows nur auf kärgliche 2 Prozent kommt. Microsoft muss daher auf die Dual-Boot-Strategie setzen, um überhaupt Marktchancen zu haben.

IBM stellt heute ein Blade-System mit 5.376 Intel Xeon Quad-Core-Prozessoren vor. Jeder dieser Chips taktet mit 2,5 GHz und verbraucht 50 Watt. Es dürfte das bislang größte Dual-Boot-System sein, und es wurde von schwedischen Universitäten für ihre gemeinsame Forschung bestellt. Zum Einsatz kommt neben Linux eine Betaversion von Windows HPC Server 2008.

Mit ihrer Leistung von 46 Teraflops kommt die Maschine in die Liste der Top 50 der leistungsfähigsten Systeme. Zumindest der alten Liste, denn in dieser Woche wird auf der International Supercomputing Conference in Dresden eine aktualisierte Liste veröffentlicht.

Microsoft ist seit Jahren stark an HPC interessiert, ohne mit ihrer Cluster-Software bislang viel Wachstum erzielen zu können. Analyst Earl Joseph von IDC: “Aber sie beobachten die Entwicklung sehr genau, denn sie investieren so viel.”

Die weitaus meisten HPC-Anwendungen laufen unter Linux. Microsoft hofft mit der Dual-Boot-Strategie offenbar auf Forscher, die bereits auf Windows-basierten Workstations gearbeitet haben und den für sie bequemeren Umstieg auf Windows-Server vorziehen könnten.

(bk)

Comnputerworld