Blogger leben gefährlich

Allgemein

Noch nie waren die Chancen so hoch, dafür verhaftet zu werden, dass man sich in einem Blog kritisch über Dinge wie Menschenrechte oder die Politik der eigenen Regierung äußert.

Der World Information Access (WIA) Report der University of Washington vermeldet, dass seit 2003 64 Menschen dafür verhaftet wurden, dass sie ihre Meinung in einem Blog veröffentlicht haben; 2007 wurden drei mal so viel Personen in Arrest genommen wie 2003.

Mehr als die Hälfte dieser staatlichen Übergriffe fanden in China, in Ägypten und im Iran statt, wobei das Spektrum der Themen, für deren Behandlung man Bekanntschaft mit dem Knast machen konnte, von Zweifeln an offiziellen statistischen Zahlen bis hin zur Aufdeckung von Korruption reicht.

Das Strafmaß für die Blogger (wenn sie vor Gericht gestellt werden) beträgt im Durchschnitt 15 Monate; die längste Haftstrafe liegt bei acht Jahren.

Während die absoluten Zahlen nicht übermäßig beunruhigend wirken mögen, weist der WIA Report darauf hin, dass zum einen die Tendenz, Blogger zu verfolgen, stark ansteigt; zum anderen gibt es eine erhebliche Anzahl von Fällen, die nicht eindeutig zuzuordnen sind. So sollen beispielsweise unter 344 in Burma Verhafteten etliche Blogger gewesen sein.

Das Phänomen des Blogger-Verhaftens ist übrigens nicht auf Länder der Dritten Welt beschränkt – auch in Großbritannien, Frankreich, Kanada und den USA schlug die Justiz zu. [gk]

BBC News