AP mahnt Blogger ab

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Und wieder eine Runde im Kampf der alten gegen die neuen Medien. Doch die Nachrichtenagentur bereut schon wieder, in den Kampf gezogen zu sein. Nach einer ersten Welle von Abmahnungen will sich Associated Press mit den Bloggern an einen Tisch setzen.

Eine übliche Blogging-Praxis besteht darin, eine Überschrift und ein paar einleitende Sätze zu zitieren und dann natürlich zur Quelle zu verlinken. Zum Vorteil beider, sollte man meinen. AP jedoch verschickte letzte Woche Abmahnungen gegen Blogs, die genau das taten. Besonders hart traf es die Newsaggregatoren-Site Drudge Retort (nein, nicht Drudge Report), bei der auch Leser Links zu Nachrichtentexten posten können, um anderen die Gelegenheit zu Kommentaren zu geben.

AP bemängelte in einem Fall sogar die zitierte Überschrift, in anderen Fällen Zitate von 39 bis 79 Wörtern. Denn das sei nicht mehr fair use, sondern verletze die Urheberrechte von AP. Die Agentur verlangte die umgehende Entfernung der Zitate und berief sich wie üblich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Die Blogs schlugen umgehend zurück und warfen AP vor, ihrerseits oft nicht zu tun, was sich gehört – nämlich auf die Quelle einer Nachricht zu verweisen.

Die lautstarke Gegenwehr, der sich prominente Blogger anschlossen, zeigte Wirkung. Am Samstag läutete AP schließlich den Rückzug ein. Die Abmahnungen seien wohl etwas überzogen gewesen, man wolle erneut nachdenken über das Verhältnis zu den Blogs.AP-Vize Jim Kennedy:

“Wir wollen keine Decke über die Blogosphäre werfen, indem wir überzogen reagieren. Wir werden daher einen besseren und positiveren Weg finden müssen, um Klarheit zu schaffen.”

Die Firma will sich zunächst mit Vertretern der Media Bloggers Association treffen. Nach diesen Gesprächen will die Nachrichtenagentur Richtlinien über den Umfang von Zitaten veröffentlichen, wie ihn AP für angemessen hält.

(bk)

New York Times

The Industry Standard