Modernisierung: Britisches Oberhaus geht online

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Per YouTube-Videos will “The House of Lords” sein Image abstreifen, ein kraftloser Debattierhaufen von uralten Säcken zu sein.

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Das englische Oberhaus stellt sich dem 21. Jahrhundert und parkte am Freitag gleich fünf Mitschnitte ihrer Debatten bei YouTube (im UK-Parlaments-Channel). Das wird nun niemand davon abhalten, lieber amüsante Musikvideos anzuschauen. Wer allerdings in Schule oder an der Uni trockenen Politstoff über die Funktionsweise diverser Demokratien pauken muss, erhält hier mal etwas zeitgemäßeren Anschauungsstoff. Vorurteilsbehaftete Erstbesucher erfahren gleich mal, dass diese altehrwürdige Institution gar kein reiner Männerclub mehr ist. Ja, dass sogar als erster Sprecher des Oberhauses (The Lord Speaker) vor zwei Jahren Baroness Helene Hayman gewählt wurde. “Mit unseren Videos wollen wir die Bandbreite und Expertise unserer Debatten veranschaulichen”, begründet sie den Schritt ins Internet. Für dessen Gelingen 10.000 Dollar und eine Firma namens Agile Films sorgten.
Übrigens sind die Lords längst auch schon unter die Blogger gegangen: auf ihrer gemeinsamen Site “Lords of the Blog” wollen sie direkt für die junge Wählerschaft ansprechbar sein. (rm)

AP