Britische Polizei unter Anklage: Piraterie

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Mit oder ohne Augenklappe und Holzbein hörten britische Polizisten Musik, ohne dafür zu bezahlen.

Ähnlich wie hierzulande müssen auch im Königreich Ihrer Majestät Elizabeth der Zweiten von Jedermann Gebühren an eine dafür eingerichtete Organisation abgeführt werden, wenn Musik zu Aufführung gelangt, also über den privaten Rahmen hinaus genutzt wird.

Bei Zuwiderhandlung droht eine Klage vor Gericht, und genau das passiert derzeit der britischen Polizei, oder zumindest Chief Constable Steve Finnigan in Vertretung weiterer Polizeiwachen (34!) im ganzen Land. Wie die zuständige “Performing Right Society” (PRS) anführt, hätten die Ordnungshüter Radiomusik in einer Weise genutzt, die auch Dritten den Genuss des erwähnten geistigen Eigentums ermöglicht hätte.

Dazu kämen weitere Urheberrechtsverstösse wie unlizensierte Warteschleifenmusik der polizeilichen Telefonanlage, in ordnungshütenden Fitnessräumen, Konferenzsälen, zu Vorträgen oder bei dienstlichen Parties. Im Ganzen ein eklatanter Fall von organisierter Piraterie, der die ansonsten als besonders ernsthaft copyrightbruchsverfolgende britische Polizei in eine echte Klemme bringt.

Natürlich ist die Geschichte ein erstklassiger Schenkelklopfer, aber eigentlich beschreibt sie mehr den traurigen Zustand internationaler Urheberrechtsgesetzgebung, die schnellstens entflochten und um realitätsorienterte Pauschalabrechnungsmodelle ergänzt werden muss. [fe]

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