Telekom-Spitzelaffäre: Tritt in die Weichteile

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Womöglich hat der Bonner Konzern damit nicht gerechnet, aber die ausgehorchten Journalisten tun den Vorfall nicht per Achselzucken ab. Sie schlagen zurück: per Strafanzeige.

Der Hamburger Großverlag Gruner+Jahr forciert den Angriff und reichte gestern bei der Bonner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein – im Namen der betroffenen Journalisten der Zeitschrift Capital und der Tageszeitung Financial Times Deutschland. Jene waren vermutlich durch die Telekom illegal ausspioniert worden, um deren Informationsquellen aufzudecken. Dabei seien das Fernmeldegeheimnis sowie Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse des Verlages verletzt worden, vom Grundgesetz ganz zu schweigen. Auch den Vorwurf Hausfriedensbruch packte der zu Bertelsmann gehörende Verlag obendrauf, da die Telekom sowohl einen Maulwurf in die Capital-Redaktion eingeschleust als auch eine Detektei heimliche Filmaufnahmen habe anfertigen lassen.
Zu juristischen Schritten sah man sich veranlasst, da die Telekom auf eine Anfrage von Verlagsgeschäftsführerin Ingrid Haas schlicht nicht antwortete. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt ohnehin schon gegen acht Beschuldigte, darunter den früheren Vorstandsvorsitzenden der Telekom, Kai-Uwe Ricke, und den vormaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. (rm)

n-tv