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DOSSIERS

Opera-Vizepräsident Tatsuki Tomita im Interview
»Wettbewerb auf dem Browser-Markt ist wichtig«

Opera und die Wichtigkeit des Handy-Geschäfts

PCpro: »Opera ist auf Geräten wie Handys und Spielekonsolen sehr erfolgreich, während der Marktanteil auf dem Desktop sehr gering ist. Vielleicht sollten Sie ihren Fokus mehr auf Handys legen?«

Tomito: »Das tun wir. Zum Beispiel haben wir gerade in Deutschland Kooperationen mit Vodafone, O2 und Debitel verkündet. Unser langfristiges Ziel ist allerdings ein einziges Web: kein Handy-Web, kein TV-Web und kein Desktop-Web – wir wollen ein einziges übergreifendes Web-Erlebnis. Deswegen ist es wichtig für uns, den bestmöglichen Webbrowser zu entwickeln.« PCpro: »Aber die Sparte, in der Opera die meisten Umsätze erzielt, ist der Mobilmarkt, richtig?«

Tomito: »Ja. Ich glaube, das Verhältnis ist etwa 70 zu 30. 70 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Handy-Markt oder anderen Arten von Geräten und 30 bis 35 Prozent erwirtschaften wir im Desktop-Markt.«

PCpro: »Wo kommt der Umsatz im Desktop-Geschäft her?«

Tomito: »Zum Großteil aus Kooperationen wie zum Beispiel der Zusammenarbeit mit Google

PCpro: »Google ist die Standardsuche für das in Opera integrierte Suchfeld.«

Tomito: »Genau. In Russland arbeiten wir beispielsweise mit Yandex zusammen und in China mit Baidu. So können wir den Browser für verschiedene lokale Nutzergruppen anpassen.«

PCpro: »Haben Sie schon mal daran gedacht, aus Opera Mini ein Open-Source-Produkt zu machen? Der Browser kommt ja beispielsweise auf Googles Android-Plattform zum Einsatz und diese ist ja Open Source

Tomito: »Nein, das haben wir nicht vor. Wir legen Wert auf die Unterstützung offener Standards. Ich denke, das ist es, was wirklich zählt. Open Source bedeutet ja nicht automatisch, dass etwas gut ist.«

PCpro: »Flash ist für viele Webseiten sehr wichtig. Wie sieht es mit dem Flash-Support bei Opera Mini und Opera Mobile aus? Steve Jobs erklärte ja mal, er wolle keinen Flash Player auf dem iPhone haben, weil er zu ressourcenhungrig sei.«

Tomito: »Opera Mini unterstützt Flash nicht, Opera Mobile schon.«

PCpro: »Gibt es eine Chance, Flash-Support für Opera Mini zu bekommen oder ist das zu kompliziert?«

Tomito: »Das Problem ist kein technisches. Es ist keine Raketenwissenschaft – es geht eher um den Fokus, den wir haben. Opera Mobile ist nun mal ein nativ umgesetzter Browser, der auf Symbian oder Windows Mobile läuft. Opera Mini dagegen ist ein 100 Kilobyte großer Java-Code, den man auf jedes Handy runterladen kann. Dadurch, dass der Browser so klein und effizient ist, können wir damit viele Nutzer ansprechen. Andererseits schränkt es natürlich die Möglichkeiten des Browsers ein. In Opera Mini kann man vieles machen – aber nicht soviel wie mit unserem normalen Browser. Was Rich Media angeht: Wir könnten es machen – es braucht allerdings mehr Server-Kapazität. In China und Indien ist man zum Beispiel glücklich, überhaupt mit dem Handy ins Web zu kommen oder sogar in Deutschland, im Zug, ist das so. Da wäre es zwar ganz nett, auch mal YouTube zu schauen, aber das braucht einfach viel mehr Rechenleistung auf Server-Seite. Das ist zwar möglich, aber im Moment konzentrieren wir uns darauf, alles so schlank wie möglich zu halten. Flash wird heutzutage ja größtenteils für Werbung genutzt und natürlich Rich-Media-Anwendungen wie YouTube. Wenn man allerdings ein Handy mit dem richtigen Codec hat, wie 3GPP, dann übernimmt YouTube das Umkodieren fürs Handy.«

PCpro: »Eine letzte Frage: Was können wir von Opera 10 erwarten? Es ist schließlich eine schöne runde Version.«

Tomito: »Es gibt viele gute Ideen. Ich kann da leider nichts verraten, weil wir daraus eine wirkliche Überraschung machen wollen – aber wir arbeiten daran. Wir fügen mehr coole Features hinzu und erhöhen die Leistung. Das ist alles was ich jetzt dazu sagen kann. Opera 10 wird toll!«

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