Metallica mag das Internet immer noch nicht

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Irgendwie verstehen es die vier Burschen aus der Harte-Jungs-Truppe immer noch nicht, was es mit dem Internet auf sich hat. Jüngster Streich: Erst werden Blogger zu einer Listening Session eingeladen, dann werden die daraus resultierenden Reviews zensiert.

Offenbar hat man bei Metallica immerhin registriert ist, dass es das Internet ist, das die kleinen Leaks bringt, aus denen große Torrents werden, und hat daher beschlossen, Musikkritikern gar keine Tonträger oder gar digitale Medien mehr in die Hand zu geben, sondern hat sie nach London eingeflogen, um Auszügen aus einem neuen Großwerk zu lauschen.

Was die geneigten Hörer davon hielten, gefiel der Band jedoch offenbar so wenig, dass das Management losgeschickt wurde, um dafür zu sorgen, dass missliebige Beiträge aus Blogs entfernt wurden – dabei war nie verlangt worden, dass die Schreiberlinge sich nicht zum Gehörten äußern dürften.

Weniger aus Einsicht in das Metallica-Anliegen als im Interesse der Autoren, die bei ihrem Broterwerb nicht ganz unabhängig von der Musikindustrie sind, wurde das Begehren der Band auch erfüllt – offiziell hieß es, dass das vorgespielte Material noch im Rohmix gewesen sei, wahrscheinlich also einige der üblichen Metallica-Feinheiten nicht in aller Subtilität zu hören waren.

Darüber, was die ganze Aktion dann überhaupt sollte, wird allgemein gegrübelt – vielleicht wollte die Band ja nur irgendwie Aufmerksamkeit, was ihr dann irgendwie auch gelungen ist. [gk]

Ars Technica