Macht Apple die GPS-Hersteller arbeitslos?

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Das neue iPhone 3G hat serienmäßig GPS-Empfang an Bord. Müssen die Gerätehersteller nun in Panik verfallen?

inq_gpsdesaster.jpgBei nur 199 Dollar für die 2.0-Generation könnten nun theoretisch eine ganze Menge Leute auf die Idee kommen, sich das Apple-Schätzchen zu kaufen, um auf die Art günstig auch an GPS-Funktionalität heranzukommen. Wenn da nur nicht die heftigen Gebühren des Mobilfunkvertrags wären…
Für Apple war die Entscheidung logisch, denn schon der Vorgänger hatte Google Maps installiert und bot via EDGE an, die Position des Handys per Triangulation zu ermitteln. Der Schritt zum professionelleren Global Positioning System lag auf der Hand. Was verblüfft ist der Umstand, so etwas in einem relativ günstigen 199-Dollar-Gerät zu machen. Das dürfte die Attraktivität und Stückzahlen enorm steigern. Als einziger GPS-Hersteller freut sich heute wohl Garmin über die Apple-Offerte, denn deren Empfänger steckt im iPhone 3G. Allerdings könnte es Garmins eigenes Nuvifone, welches ebenfalls im Sommer starten soll, das Wasser abgraben. Einen Preis nannte der Hersteller bislang nicht. Deren billigster GPS-Empfänger kostete bislang 100 Dollar, ohne aber die netten Musik- und Telefon-Eigenschaften des iPhone bieten zu können. Andere GPS-Hersteller dürften momentan besorgt in die Zukunft schauen – und darauf hoffen, dass Apple und seine Zulieferer gar nicht erst die Marktnachfrage befriedigen können. TomTom versucht es mit einer Vorwärtsstrategie und bietet gleich mal eine Applikation an, die aus dem 3G ein TomTom GPS macht, also Look & Feel und Kartenmaterial des Hauses integriert. Und die Auto-GPS-Systeme dürften sich auch noch in ihrer “Biegen-Sie-hier-links-ab”-Nische wohl fühlen. Noch. (rm)

Slate