WiMAX-Patente kommen in einen Pool

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Um sich nicht gegenseitig durch Patentstreitigkeiten den Markt zu zerstören, legen sechs wichtige Unternehmen ihre Patente rund um die IT/Telekommunikationstechnik in einen gemeinsamen Pool.

Clearwire, Alcatel-Lucent, Sprint Nextel, Intel, Cisco und Samsung planen einen gemeinsamen Patent-Pool. WiMAX, eine Datenübertragungstechnik, die sowohl per Funk als auch per Festnetz Hochgeschwindigkeits-Verbindungen für die Datenübertragung erlaubt, wird von vielen Industrie-Insidern als der Schlüssel zum “mobilen Internet” gesehen – und steckt bei der Marktpenetration noch in den Kinderschuhen. Wir berichteten bereits vorige Woche von der WiMAX World, warum Deutschland eines der Schlusslichter bei der Einführung dieser Technik sein wird.

Die sechs Unternehmen laden für Montag Abend (US-Zeit, bei uns also schon Nachts) zu einer Telefonkonferenz ein, um vorab über diese Pläne zu informieren, berichtet das Wall Street Journal heute. In ihrem gemeinsamen Pool wollen sie Lizenzen für ihre WiMAX-Techniken anbieten statt sich gegenseitig zu zerfleischen.

Der Pool soll die Patente zu nur geringen Kosten anbieten, damit sich die Technik weiter verbreitet.

Warum Motorola, einer der wichtigsten Verfechter bei der Verabschiedung des IEEE-Standards 802.16 für WiMAX, nicht mit dabei ist, ist uns bislang nicht klar – als beteiligtes Unternehmen an der Umsetzung des großen Sprint/Clearwire/Google/Intel-WiMAX-Netzes in den USA sollte der Mobilfunk-Konzern eigentlich alle nötigen Kontakte haben. Warum Qualcomm als wichtiger lizenz-Inhaber nicht mit dabei ist, erschießt sich aber vielleicht aus den Rechtsstreitigkeiten des US-Unternehmens mit Alcatel-Lucent. (Manfred Kohlen)

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