US-Forscher: Jeder kann Opfer des P2P-Kriegs werden

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Im Feldversuch nachgewiesen: Piratenjäger schiessen, ohne zu zielen. IP-Spoofing nicht eingerechnet.

Ein Forscherteam der University of Washington benutzte Software-Agenten (Bots), um die Genauigkeit der Anti-P2P-Massnahmen nachzuweisen. Gerade Bildungseinrichtungen wie Universitäten erhalten derzeit in den USA Berge von Beschwerdebriefen wegen Copyrightverletzung. Diese werden von Piratenjäger-Agenturen im Auftrag der grossen Medienkonzerne angefertigt und enthalten nach dem US-DMCA die Aufforderung, urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht weiter zum Download anzubieten.

Nun gelang den Forschern der Nachweis, dass diese Aufforderungen sich rein auf die IP-Adresse beziehen, die nachweislich leicht gefälscht werden kann. Aber selbst ohne durch Dritte gefälschte Adressen erhielten drei am Projekt beteiligte Laserdrucker (mit eigener IP-Adresse) der Universität eine Abmahnung wegen angeblichen Downloads brandneuer Hollywoodfilme. Im ganzen bekam das Projekt 400 solcher Abmahnbriefe, ohne dass tatsächlich irgendwelche Dateien getauscht, up- oder downgeloadet wurden.

Die beteiligten Wissenschaftler, Assistant Professor Tadayoshi Kohno, Research Assistant Professor Arvind Krishnamurthy und Graduate Student Michael Piatek fordern nun eine stärkere öffentliche Überwachung der beschriebenen Methoden. Gerade im Licht dieser Ergebnisse müssen Forderungen europäischer Politiker, Bürger nach mehrfacher angeblicher P2P-Benutzung aus dem Internet auszuschliessen, neu überdacht werden. [fe]

NY Times
Universität Washington