Microsoft ist Tech-Lobbyist Nummer 1

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Politische Freundschaften und Interessen wollen gepflegt sein. Das hat auch die IT-Branche erkannt, allen voran Microsoft, und gibt ein kleines Vermögen für gezielten Lobbyismus aus.

Im letzten Jahr waren es noch 110 Millionen $, in diesem Jahr wird die Branche insgesamt 119 Milllionen $ in die Lobby-Töpfe geben. Allein Microsoft wird dafür in diesem Jahr voraussichtlich 10 Millionen $ aus der Portokasse nehmen. Das hat Eweek anhand von OpenSecrets.org hochgerechnet, einer Datenbank, in der politische Zuwendungen und Lobby-Ausgaben erfasst werden. Letztes Jahr war MS noch mit 9 Milllionen $ für die Lobby dabei.

Es ist eine Entwicklung, die sich deutlich beschleunigt hat. Noch vor zehn Jahren hatte es so gut wie kein Tech-Lobbying gegeben. In den letzten zehn Jahren kamen jedoch insgesamt über 700 Millionen $ zusammen. Was offenbar noch wenig ist im Vergleich zur pharmazeutischen Industrie, denen die Tätigkeit der Lobbyisten im gleichen Zeitraum 1,3 Milliarden $ wert war.

In der Hochrechnung der diesjährigen Ausgaben folgen auf Cheflobbyist Microsoft IBM (7,5 Millionen $), Oracle (4,7 Milllionen $), Electronic Data Systems (3,7 Millionen $) und Texas Instruments (3,6 Millionen $). Mit dabei sind auch EMC (2,9 Millionen $), Yahoo (2,5 Millionen $), Google (2,4 Millionen $), SAP (2,3 Millionen $) und Intel (2,2 Millionen $). In Relation zu Firmengröße und Marktmacht wirken dabei die lobbyistischen Anstrengungen von Google und Intel fast ein wenig niedrig. Haben sie es weniger nötig oder die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt?

Microsoft-Sprecherin Ginny Terzana stellt diese Ausgaben als Pflichterfüllung dar: “Während Tech stärker in den Mittelpunkt rückt, werden wir sogar noch mehr Ausgaben sehen. Bei Microsoft empfinden wir es als unsere Verpflichtung, um unseren Aktionären und den Verbrauchern zu helfen, eine gute Politik zu etablieren.”

Ziele des Tech-Lobbyismus sind unter anderem eine Reform des Patentrechts, neue Einwanderungsgesetze und ein beständiges Anschieben von Freihandelsvereinbarungen. Und die eingesetzten Summen zahlen sich aus, wie OpenSecrets.org bemerkt:

“Das Geld, das die Branchen, Firmen, Gewerkschaften und Verbände für den Lobbyismus aufwenden, ist oft nur ein Klacks im Vergleich zu dem, was sie einstreichen können, wenn ihre Lobbyisten erfolgreich waren.”

(bk)

Eweek

OpenSecrets.org