Musik 2.0: Metallica bleibt uncool

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Die einstigen Napster-Hasser versuchen den Radiohead-Salto, und keiner schaut hin.

Metallica-Alphamännchen Lars Ulrich machte sich selbst zur Gallionsfigur des Anti-Napster-Flottille, und erntete den Hass seiner (damaligen) Fans. Über die Musik der 80er-Haarmetalband muss man hier nicht diskutieren, das ist Geschmackssache. Nun glauben die Metaller die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und wollen Radiohead und Nine Inch Nails nacheifern.

Nur: Mitgliedschaft auf der Fanseite ist gratis, die CD kostet 20 US-Dollar und öffnet erst den Weg zu legalen MP3-Downloads. Folge: Die Fans sind stinksauer und beschimpfen ihre einstigen Heroen unflätig. In den frühen 80ern, so erinnern sich die Älteren darunter, wollte kein Label die krachige Musik der Metal-Truppe unter Vertrag nehmen, also verteilten Ulrich und seine Bandkollegen Kassetten mit ihren Songs und forderten die Fans auf, diese weiterzukopieren – ein direkter Vorläufer von P2P.

Die von der Band mitgetragene Klagewelle gegen die eigenen Fans wollen diese nun nicht vergessen, schon gar nicht, da sich das angebliche 2.0-Angebot als Mogelpackung herausstellt. Anders als die Düsterrrocker um Trent Reznor geben die Altmetaller nichts umsonst her, und bieten ihren Fans auch keine speziellen Fan-Pakete an. Für manche, so zeigt sich an diesem Beispiel, ist es ein langer Weg. Bis in die Gegenwart. Die wütenden Ex-Fans jedenfalls kündigen jetzt schon an, das neue Album via P2P herunterzuladen, und dann ungehört zu löschen. Und ähnliche Racheakte. [fe]

Wired