Telekom-Bosse unter Verdacht

Allgemein

Der Auftrag kam von ganz oben. Sagen die Schnüffler, die die schmutzige Arbeit in der Spitzelaffäre erledigten.

Und ganz oben heißt: Kai-Uwe Ricke, vor nicht allzu langer Zeit Vorstandschef der Deutschen Telekom. Sowie der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel. Zumwinkel, war das nicht der Klaus von der Post? War da nicht noch was?

Die beauftragten Datenspione mussten zugeben, monatelang Hunderttausende von Verbindungsdaten ausgewertet zu haben, weil sie gerne wissen wollten, ob Journalisten auch mit Telekom-Managern reden, und vor allem mit welchen. Und die Verbindung zur Telekom habe eine dort befindliche Abteilung Konzernsicherheit gehalten. Der Chef der Schlapphuttruppe, die sich Recherchedienst network.deutschland nennt: “Der Auftrag kam von ganz oben und ist mit dem Telekom-Vorstand abgestimmt worden.”

Und die Geheimniskrämerei innerhalb des ehemaligen Staatsmonopolisten war offenbar so groß, dass nicht einmal die Vorstandsmitglieder davon erfuhren. Der frühere Personalvorstand Heinz Klinkhammer: “Der Mitarbeiter, der diesen Auftrag bekommen hat, hat mir versichert, dass Ricke und Zumwinkel ihm in der Angelegenheit einen Maulkorb erteilt haben.”

(bk)

Handelsblatt

Telekom bespitzelte eigene Manager und Journalisten

Liechtensteiner Datendealer