Lehrergewerkschaft: Cyber-Mobbing ist überbewertet

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Man solle Internet-Mobbing nicht überbewerten, erklärt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und bezieht sich dabei auf eine eigene Studie, die zeigt, dass Mobbing ohne technische Hilfsmittel etwa zehn Mal so häufig vorkommt.

Die GEW warnt vor einer Dramatisierung bei Internet-Mobbing. Es sei doch ein altes Thema, das eben nur im Internet-Zeitalter angekommen sei. Die Lehrer müssten lernen, gelassen und professionell damit umzugehen, erklärt Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule.

Nur acht Prozent der Lehrer seien von Schmähungen im Internet betroffen, sagt die neue Studie. Meist seien Jungs die Täter, die Handy und PC nutzen, um Lehrer oder andere Schüler unter Druck zu setzen oder sich an irgendetwas zu rächen. Rund fünf Prozent er Schmähungen kämen von Eltern oder Vorgesetzten, drei Prozent von anderen Lehrern.

Weniger entspannt ist der Deutsche Philologenverband (DPhV), der sich gestern in einer Verlautbarung über die verstärkten Diffamierungen von Lehrern auf Internetplattformen beschwerte. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger: An fast jeder weiterführenden Schule käme es zu solchen Angriffen. Etwa 60.000 Lehrer seien schon mindestens einmal Opfer solcher Schmähungen gewesen.

Die “Über-Akademiker”, wie die Philologen von manchem Schüler genannt werden, fordern eine Verschärfung des Tlemdiengesetzes und wollen Betreiber von Internet-Medien für sämtliche “Rechtsmißbräuche” verantwortlich machen.

Die GEW warnt vor Überreaktionen – man müsse gelassener und professioneller damit umgehen. (mk)

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