Intrigantenstadl bei Infineon

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Ein Vorstandsmitglied wollte gerne auf den Chefsessel. “Unternehmensnahe Kreise” haben es ausgeplaudert.

Schon beim Abgang der vorigen Infineon-Chefs hatte es reichlich Wirbel und dramatische juristische Begleiterscheinungen gegeben. Um so unangenehmer dürfte es für die Firma sein, was über mehr oder weniger verdeckte Machtkämpfe innerhalb der von Siemens ausgegliederten Halbleiterfirma an die Öffentlichkeit gelangte.

Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge hat Peter Bauer, im Vorstand für die Sparte Automobilelektronik zuständig, wochenlang heftig Stimmung gegen den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Ziebart gemacht. Und dafür geworben, sich als dessen Nachfolger krönen zu lassen.

Hat Infineon-Chef Ziebart natürlich gemerkt. Und den Chef des Aufsichtsrats gebeten, er möge sich kümmern und dafür sorgen, dass dieses Störfeuer aufhört. Max Dietrich Kley hörte sich das zwar an, reagierte aber nicht wie gewünscht. Das wiederum habe das aufmüpfige langjährige Vorstandsmitglied Bauer “offenbar als heimliche Rückendeckung verstanden”.

Und dann brachten Plaudertaschen diese Rangeleien zwischen den Managern auch noch an die Öffentlichkeit. Angereichert mit der Behauptung, Kley suche bereits einen Nachfolger für Ziebart und wolle ihn noch in diesem Monat präsentieren. Was der Aufsichtsratschef wiederum bestritt und rechtliche Schritte gegen die Behauptung androhte, er selbst sei Quelle dieser Indiskretion.

Damit das Ganze nicht noch peinlicher wird, sollen sich die Akteure nun in einem Hinterzimmer getroffen und abgesprochen haben. Es soll einen gleitenden Machtwechsel bis Ende 2008 geben. Wolfgang Ziebart, dessen Vertrag eigentlich bis Ende 2009 läuft, soll noch auf dem Chefsessel sitzen dürfen, bis ein Nachfolger gefunden wurde.

(bk)

Wiwo