Ballmer: Wir können viel machen mit 50 Milliarden $

Allgemein

Nein, um Yahoo sei es Microsoft nie wirklich gegangen. Jetzt gehe das Geld eben für andere Aufkäufe raus.

Microsofts Ober-Apparatschik Steven A. Ballmer gab diese neue Devise in Moskau aus und schrieb nebenbei die bisherige Microhoo-Geschichte um: “Yahoo war nie die Strategie, die wir verfolgten, es war ein Weg, um unser Geschäft mit Online-Werbung zu beschleunigen … Wir werden Geld für ein paar Aufkäufe ausgeben. Man kann eine Menge anstellen mit 50 Milliarden Dollar.”

In der Tat, man könnte sie auch gleich zum Fenster hinauswerfen, wenn einem einfach nichts Besseres einfallen will. Wie Kara Swisher von All Things Digital inzwischen herausbekommen hat, war es wohl der “Gates-Faktor”, der die Kehrtwende einläutete. Denn Bill Gates sei nie wirklich für eine Yahoo-Übernahme gewesen, sondern nach wie vor für eigenes, organisches Wachstum von Microsoft. Er habe jedoch dem von ihm selbst gewählten Nachfolger als CEO freie Hand gelassen. Nachdem die Übernahmeschlacht um Yahoo zu heftigen Turbulenzen führte, habe letztlich jedoch die Haltung des Microsoft-Gründers den Ausschlag gegeben.

Die aktuellen Handlungsfäden von Microhoo, wie sie von den üblichen verlässlichen Quellen berichtet werden: Wenn überhaupt noch ein Deal Microsoft – Yahoo, müsse er dieses Wochenende über die Bühne gehen. Am Montag könnte bereits ein Abkommen zwischen Yahoo und Google verkündet werden über das Outsourcing der Yahoo-Werbung zum Suchdominator. Damit wäre Microsoft endgültig außen vor und müsste weiterhin versuchen, die Benutzer mit kleinen Geschenken zu den eigenen Suchdiensten zu locken, wenn es schon die Qualität der eigenen Produkte nicht bringt.

Und sollte die Microhoo-Saga doch noch ein paar Tage weitergehen, verspricht der Dienstag eine besonders unterhaltsame Episode. Da findet nämlich die Konferenz D: All Things Digital statt, zu der Walt Mossberg und Kara Swisher vom Wall Street Journal bitten. Und da treffen sich alle Hauptdarsteller in einem Raum: Bill Gates, Steven A. Ballmer, Jerry Yang und Yahoo-President Sue Decker. Und wird dann ihre Körpersprache mehr verraten über gemeinsame oder feindselige Strategien?

(bk)

All Things Digital

Microsoft startet Spar-Suchmaschine

Yahoo verschiebt jährliche Hauptversammlung