US-Gericht entscheidet gegen Software-Lizenz

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Kann man Software ebenso weiter verkaufen, wie man sie erworben hat? Richter Jones meint: Ja.

Die Entscheidung des US-Bezirksgerichts in Seattle im Fall Autodesk vs. Vernor birgt echten Zündstoff. Explosiv, möchte man meinen. Timothy S. Vernor aus dem Bundesstaat Washington beging, zumindest sieht der Softwarehersteller Autodesk das so, eine Copyrightverletzung, indem er eine Packung AutoCAD auf Ebay versteigerte. Was nicht mit den Lizenzphantasien des Herstellers einherschreitet, wie uns allen klar ist.

Judge Richard Jones entschied nun (und begründete auf 21 Seiten), dass Vernor keine strafbare oder sonstwie böse Handlung begangen habe. Noch ist die Sache nicht völlig ausgestanden und bedarf letzter Verhandlungen, aber der Richterspruch schafft (wenn nicht wieder mal der Supreme Court dazwischenfunkt), ein Grundsatzurteil, das der langerprobten Praxis von Knebel-EULAs auch im Heimatland des Turbokapitalismus einen Riegel vorschiebt.

Bestätigt sich diese Rechtspraxis, dann entsteht daraus ein legaler Software-Second-Hand-Markt. Und Programme aller Art gelten dann als ganz normale Waren, und nicht etwa als einmalig und widerwillig erteilte Lizenzen auf den Gebrauch von imaginärem („geistigem“) Eigentum. [fe]

AECnews