Ungarischer Student bewirft Microsoft-Chef mit Eiern

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Ein umstrittener 100-Millionen-Euro-Vertrag zwischen Microsoft und dem osteuropäischen Staat brachte den Studenten zur Attacke.

“Microsoft=Korruption” stand auf dem T-Shirt des Eierwerfers, der die Tradition der Lebensmittelattacken auf Microsoft-Führungskräfte fortführte (Bill Gates war schon einmal Opfer eines Tortenwurfs). Doch Steve Ballmer konnte ausweichen und mit einem freundlichen Kommentar seine Rede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde fortführen.

Der Vorfall an der Corvinus-Universität in Budapest sei auf einen umstrittenen Rahmenvertrag Microsofts mit dem Staat Ungarn zurückzuführen, schreibt die ungarische Zeitung Index, die ein Video des Vorfalls von einem anderen Studenten zugespielt bekam.

Der Eierwerfer forderte vor dem Wurf in englischer Sprache von Ballmer, die 100 Millionen Euro, die man vom ungarischen Steuerzahler gestohlen hätte, zurückgeben. Das Millionengeschäft, das vor allem ungarische Bildungseinrichtungen und Verwaltungen betrifft, wurde von der ungarischen Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde im März 2008 juristisch angefochten.

Der Vertrag lasse Wettbewerbern keine Chance, erklärten die Wettbewerbswächter. Der vorgesehene Prozess wurde jedoch aus unerklärlichen Gründen verschoben – sonst hätte Ballmer am Tag des Eierwurfs (Montag, 19.5.) vor Gericht aussagen müssen. (mk)

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