XP Master Tuning 3
Friedhof der Tuning-Tools

BetriebssystemKomponentenWorkspace

Mit XP Master Tuning 3 tritt eine weitere Tuning-Suite nach dem Motto »Viele Tools helfen viel« an. Zwar ist für fast jeden Zweck ein kleines Werkzeug dabei, überzeugen kann das Programmpaket aber trotzdem nicht.

Performance-Plus dank Defragmentierer

XP Master Tuning 3

Viele Nutzer bleiben lieber noch bei XP und wagen den Umstieg auf Vista vorerst nicht. Deshalb schwemmt es wieder eine ganze Welle neuer XP-Tuning-Tools an. So hat auch bhv mit XP Master Tuning 3 eine neue XP-Tuning-Suite am Start. Nach der Installation präsentiert sich Master Tuning unübersichtlich. Die Menüpunkte Optimieren, Reparieren, Bereinigen, Datei-Utilities und Weitere Utilities sind ebenso zu sehen wie Defrag-Tool, Speicher- und Internet-Optimierer, Systemwartung und Grundeinstellungen. Erst nach ein paar Klicks auf der trägen Oberfläche wird klar, wo man sich gerade befindet – eine optische Hervorhebung zur leichteren Orientierung fehlt. Überhaupt geizt das Programm mit Tipps, dafür liegt aber ein 65 Seiten starkes gedrucktes Handbuch bei.

Pluspunkt: Das Programm hat einen eigenen Defragmentierer unter der Haube. Das Defragmentieren der Systempartition geht zwar im Test nicht besonders schnell und gründlich ist es auch nicht. Der Anwendungs-Benchmark zeigt auf unseren Test-PCs im Mittel aber eine um fünf Prozent gesteigerte Gesamtleistung an – besser als die meisten Konkurrenz-Tools. Mit gesperrten Systemdateien kann der Defragger aber nichts anfangen. So rührt es die Master File Table und das Paging File nicht an.

Der eingebaute Defragmentierer braucht zwar lange und arbeitet ungenau – trotzdem ist er ein Lichtblick in der Tuning-Suite. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Eingebaute Tuning-Böcke

XP Master Tuning 3

Auch die Macher von Master Tuning haben es sich nicht nehmen lassen, wirkungslose Speicher-Tweaks einzubauen. Hier wurde klar auf Masse statt auf Klasse gesetzt. Das Problem: Damit kann man der Speicherverwaltung von Windows ganz schön in die Parade fahren, denn mit einem Regler lässt sich der RAM bei Bedarf freiräumen. Kling toll, bringt aber nichts, denn Windows hat selbst ein ausgeklügeltes System eingebaut, um den Arbeitsspeicher zu verwalten. Im Test schaffen wir es sogar den Rechner zu bremsen, indem wir ein Maximum an RAM immer wieder freigeben – XP fängt dann einfach an, mehr Daten aus dem Speicher auf die Festplatte auszulagern.

Bei der Bedienung trifft das Tool wohl alles, nur nicht seine Zielgruppe. Es fehlen im Test Assistenten, intelligente Voreinstellungen und auch ein Hinweis darauf, dass man ein Backup wichtiger Daten anlegen sollte, bevor man an der Registry arbeitet und wichtige Systemdateien umbiegt. Das disqualifiziert das Programm für Einsteiger. Eine Systemanalyse gibt es nicht. Nutzer müssen jedes Tool manuell starten und hoffen, dass die Software es schon richten wird, denn an den meisten Stellen fehlen Informationen darüber, was eigentlich gemacht wird. Das ist unverständlich, vor allem weil als Zielgruppe wohl eher unerfahrene Nutzer in Frage kommen. Bei der Vielfalt der Tools ist zwar für jeden Geschmack etwas dabei. Doch vor allem bei den beigelegten Utilities verweist Master Tuning nur auf die Windows-Werkzeuge. Das ist aber gar nicht so schlecht, denn man spart sich auf diese Weise zumindest ein paar Mausklicks.

Daneben gegriffen: Der Speicheroptimierer pfuscht Windows ins Handwerk. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Fazit

XP Master Tuning 3

Viele Werkzeuge ohne großartiges Zusammenspiel bilden die schlecht zu bedienende Suite. Hier sind User mit Freeware-Tools besser dran.

Produktname: XP Master Tuning 3
Hersteller: bhv
Internet: www.bhv.de
Preis: 20 Euro

Note: ausreichend
Leistung (40%): ausreichend
Ausstattung (30%): ausreichend
Bedienung (30%): ausreichend

Das ist neu
– eingebauter Defragmentierer
– schneller Zugriff auf Windows-Tools

Systemvoraussetzungen
Betriebssystem: Windows XP
Prozessor: Pentium II/800 MHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte