Mainboard-Betrug? Asus und Gigabyte streiten

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Die Affäre um Stromspar-Funktionen in den Mainboards von Asus und Gigabyte wird immer schärfer: Sind die EPU-Chips bei Asus ein Betrug am Kunden? Oder stellt Gigabyte absichtlich falsche Behauptungen auf?

Eigentlich sollten die neuen Stromspar-Features, die viele Hardware-Hersteller derzeit lautstark bewerben, helfen, eine bessere Welt zu schaffen. Gutes Klima durch Green IT. Doch manchmal führt der Hype um Green IT und Klimaschutz nur dazu, dass sich zwei richtig böse streiten. Ein aktuelles Beispiel ist die Auseinandersetzung zwischen Gigabyte und Asus.

»Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass ein bestimmter taiwanischer Mainboard-Produzent falsche Behauptungen über unsere Mainboards aufstellt«, heißt es in einer aktuellen Erklärung von Asus. Gemeint ist natürlich der Mainboard-Konkurrent Gigabyte. Der würde »absichtlich« Informationen verbreiten, die »aus Asus-Sicht sowohl unwahr als auch ohne glaubwürdige Belege« seien.

Kern des Streits ist der Controller-Chip EPU (Energy Processing Unit). Die Technik wird beispielsweise auf den Asus-Boards der P5Q-Serie eingesetzt und soll die Energieaufnahme des Mainboards senken, indem sie die Spannungswandler je nach Last reguliert. Dadurch wird angeblich die Energieaufnahme des Boards um bis zu 80,23 Prozent gesenkt.

Laut Gigabyte stimmt das aber gar nicht. Wie Gigabyte-Techniker den britischen Kollegen von Tom?s Hardware erklärten, sei eine Einsparung von höchstens 58,6 Prozent realistisch. Die ganze Technik sei nichts als »Fake« und Verbrauchertäuschung. Zudem würde Asus minderwertige Kondensatoren auf den Boards verbauen, die nicht in Japan gefertigt seien. Diese harten Anschuldigungen hatte der Mainboard-Spezialist zuvor schon in einer Presseveranstaltung erhoben.

Dagegen verwahrt sich Asus nun mit einem eigenen Statement. Darin bekräftigt Asus auch, dass die Kondensatoren zu 100 Prozent in Japan gefertigt seien

Gigabyte hat eine eigene Stromspartechnik Dynamic Energy Saver (DES), die bis zu 70 Prozent Energie bei der CPU einsparen soll. Dass Asus diese 70 Prozent jetzt in seiner Ankündigung um mehr als 10 Prozent übertrifft, konnte Gigabyte wohl nicht auf sich sitzen lassen. Asus behält sich nun vor, rechtliche Schritte gegen jeden einzuleiten, der »solche Gerüchte« weiter verbreitet. (mto/dd)

Tom’s Hardware

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