AMD sagt, was ein Gaming-PC ist

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Es gibt neue Logos, AMD Game und AMD Game Ultra. Jeweils mit Ausrufezeichen dahinter. Und sie stehen für bestimmte technische Spezifikationen.

Das Programm AMD Game! zielt auf die Mitte des Gaming-Marktes, die Masse der Kunden zwischen den Hardcore-Techies und denen, die absolut null Ahnung haben. 49 Prozent der Europäer und 48 Prozent der Chinesen erklärten in Umfragen, sie wollten Games spielen auf ihrem neuen PC. Ein breiter Markt also – während nur 5 Prozent zu den wahren PC-Enthusiasten zählen.

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AMD will mit den Logos allen erklären, dass sich auf diesen Geräten garantiert gut spielen lässt. Was natürlich eine Frage der Definition ist.

Den White Papers von Intel zufolge ist ein 965G die perfekte DX10-Lösung, obwohl es dazu wahrscheinlich niemals Treiber für diese API geben wird. Fragt man Nvidia, bekommt man zu hören, dass der Kram von Intel überhaupt nichts taugt und CPUs eher nicht so wichtig sind. Diese unterschiedlichen Antworten geben sie, weil sie ganz unterschiedliche Interessen haben und keine dieser Firmen alle wesentlichen Komponenten baut. Außer AMD.

Die Hardware-Auswahl ist erstaunlich realistisch. AMD Game setzt mindestens einen X2 5600+ (2,8 GHz), eine HD3650-GPU sowie ein Chipset AMD 770 oder der NV-500-Palette voraus. Soll das Logo noch mit einem Ultra verziert werden, sollten es schon ein Phenom X4 9650 (2,3 GHz), HD3750 und als Chipset AMD 770 sein. Beide Systemvarianten wollen außerdem mit mindestens 2 GB Arbeitsspeicher versorgt werden.

Soweit die klaren Spezifikationen für die Hardware. Ein wenig schwammiger wird es bei der Definition, wofür sie gut sein soll. AMD nennt vier Kategorien von Spielen, FPS/Action, MMORPG, RTS sowie Family, und misst die Frame Rates in FRAPS. Alle Spiele werden in den Standardeinstellungen gemessen und sollen während des “durchschnittlichen, üblichen Spiels” 30 FPS halten. AMD Game wird bei 1280 x 1024 gemessen, Ultra bei 1600 x 1200. Etwas unklar erscheint das “durchschnittliche, übliche Spiel”, alles andere ist vernünftig gesetzt. Ein technisch eher nicht interessierter Kunde bekommt damit klare Anhaltspunkte für seine Kaufentscheidung.

Eine weitere Zertifikation nennt sich AMD Game Ready. Es betrifft nicht den PC selbst, sondern ist brauchbarem Gaming-Zubehör wie Tastaturen, Mäusen, Joypads, Netzteilen und RAM-Riegeln vorbehalten. Das Label könnte im Prinzip auf jedes Produkt geklebt werden und besagt, dass das jeweilige Teil mit Systemen harmoniert, die eines der beiden anderen Logos tragen.

Die Programme und Logos sind kostenlos für die Anbieter, die ihre Systeme damit kennzeichnen wollen. Und – Schock! – selbst Konkurrenzprodukte müssen nicht draußen bleiben. Alle sechs Monate sollen sie überarbeitet werden, um den aktuell auf dem Markt erhältlichen Spielen und der verfügbaren Hardware zu entsprechen.

(von Charlie Demerjian/bk)

The Inquirer UK

AMD will spielen mit AMD Game!