AOL setzt auf Nischengeschäft

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Aus der Traum vom sozialistischen Einheitsportal: Time Warner AOL akzeptiert die Fragmentierung der Konsumgesellschaft.

In der Jungsteinzeit des Internet, also etwa in der Mitte der 90er Jahre, galt America Online (AOL) Vielen als Synonym für das WWW. Da sehen wir mal, wie lange das her ist. Um den langen, bitteren Niedergang des einstigen Online-Imperiums weiter zu verschleiern, verzweigt sich der geschrumpfte Riese nun in viele spezialisierte Webpräsenzen. Das war’s dann wohl mit der Idee vom all-umfassenden Portal.

Statt dessen erklärt Bill Wilson AOL Executive Vice President For Vertical Programming: “Der Konsumentenmarkt zersplittert gerade.” Gut erkannt, Bill, das tut er schon seit wenigen Jahrhunderten. Und weiter erfahren wir über die Motive AOLs: “Wir wollen den Leuten viele Eingangstüren anbieten, nicht nur eine”. Das ist schön.

Anglophone freuen sich bereits über die Elternberatungswebsite ParentDish. Country-Music-Paradies The Boot und Hip-Hop-Zentrale The Boom Box kommen am Dienstag online. Wie wünschen viel Spass bei der Diversifizierung. [fe]

Associated Press