Samsung X22 Boyar
Das Wohlfühl-Notebook

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Das Samsung X22 reiht sich ein in unsere Serie von 14,1-Zoll-Business-Notebook-Tests. Neben seiner Optik hat das Gerät noch einiges zu bieten. Wir haben ihm auf den Zahn gefühlt.

Enttäuschende Performance

Samsung X22 Boyar

Seine Qualitäten offenbart das X22 von Samsung erst auf den zweiten Blick. Zwar wirkt es optisch ansprechend, aber nicht außergewöhnlich. Was es wirklich kann, muss das Gerät zuerst in unseren Hardware-Benchmarks zeigen. Wir haben es erst einmal durch PCMark2005 gejagt, um die Prozessor- und Speicherleistung einschätzen zu können. Das Ergebnis sind ernüchternde 5606 Punkte (Prozessor-Benchmark). Kein Vergleich zu den 6626 Punkten des kürzlich getesteten Dell Latitude D630. Auch was den Arbeitsspeicher angeht schneidet das X22 mit nur 4422 Punkten bisher am schlechtesten im 14,1-Zoll-Notebook-Testfeld ab. Selbst das Sony Vaio, das wir vor einigen Tagen auf dem Prüfstand hatten, war mit 4489 Punkten besser. Und auch die Grafikleistung vermag die Wertung nicht nach oben zu ziehen. Sie ist eher enttäuschend, aber immernoch besser als die des Dell-Notebooks. Die Festplattenperformance ist ebenfalls eher mittelmäßig: Die Übertragungsrate liegt bei 37,3 MB/s im HD-Tune-Benchmark und ist deutlich geringer als die des D630 mit 43,3 MB/s.

Im WLAN versendet und empfängt der eingebaute Empfänger des X22 durchschnittlich 2076 KByte/s – halbwegs akzeptabel für den 802.11g-Standard. Den größten Punktabzug in einer Kategorie gibt es für den eingebauten DVD-Brenner. Dieser braucht endlose 41:52 Minuten, um unsere rund 4 GByte große Test-DVD zu brennen. Das Dell-Gerät hat für den gleichen Vorgang lediglich 13:10 Minuten benötigt. Auch der Kopiervorgang von DVD auf die Festplatte ist mit 9:27 Minuten nur Durchschnitt. Umfassend betrachtet ist die Performance des X22 eher schlecht. In der Punktewertung schafft es das Notebook aber noch ganz knapp sich auf ein Befriedigend zu retten.


Überragende Ergonomie

Samsung X22 Boyar

Enttäuscht von der schlechten Performance haben wir einen Blick auf die ergonomischen Qualitäten des X22 geworfen. Untersucht wurden Touchpad, Tastatur und Handauflage. Schon im ersten Durchlauf der PC Professionell Touchpad-Testsoftware fiel das Samsung-Notebook sehr positiv auf. Kein anderes Gerät im Testfeld lässt sich so geschmeidig bedienen wie dieses. Die Interaktion mit dem X22 geht sehr leicht von der Hand und der portable Rechner scheint jede Eingabe direkt umzusetzen. Die Navigation mit dem Touchpad funktioniert erstaunlich gut und der Mauszeiger verfehlt nur in den seltensten Fällen sein Ziel. Auch das vertikale und horizontale Scroll-Verhalten lässt kaum Wünsche offen. Selbst am Tastaturanschlag lässt sich nichts bemängeln. Der Druckpunkt ist hart und lang und das Feedback, das die Tasten aussenden, ist wirklich überzeugend. Blind schreiben funktioniert auf keiner der Tastaturen im Testfeld so gut.

Auch die Handauflage ist perfekt verarbeitet – lang, glatt und fühlt sich geschmeidig unter den Händen an. Selbst Nutzer mit sehr großen Händen sollten so kein Problem haben, mit dem X22 zu arbeiten. Alles in Allem ist die Ergonomie des X22 ein Traum und erhält deswegen zu Recht die Note Sehr gut.

Als nächstes haben wir die Ausstattung des Samsung-Notebooks untersucht. Es hat im bisherigen Testfeld mit 200 GByte die größte eingebaute Festplatte und zieht damit der Konkurrenz davon. Abzüge gibt es, weil Firewire-Anschluss und Fingerprint-Scanner fehlen. Auch verbaut Samsung in dem portablen Rechner nur 3 USB-Ports und die Gehäuse-Verarbeitung ist wenig überzeugend. Zwar wirkt das Gehäuse stabil, aber die raue Oberfläche lässt sich sehr leicht zerkratzen und jeder noch so kleine Kratzer ist auf der schwarzen Beschichtung deutlich zu erkennen.

Samsung liefert das X22-Boyar mit zwei Akkus aus. Einem leichten 4-Zellen-Akku und einer etwas schwereren 8-Zellen-Alternative mit doppelter Laufzeit. Das 4-Zellen-Modell hält im PC Professionell Akkulaufzeit-Benchmark 90 Minuten durch, während die 8-Zellen-Variante auf 189 Minuten kommt. Ein durchaus akzeptabler Wert: Dafür gibt es in der Laufzeitwertung von uns ein Gut.

Der Samsung-Kundenservice ist okay: Die maximale Garantiedauer liegt bei 4 Jahren und die Telefonhotline schlägt mit 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz zu Buche. Auf den Webseiten des Herstellers stehen ein E-Mail-Support, Treiberdownloads sowie Informationen zu dem Gerät zur Verfügung. Ein Chat-Support ist nicht vorhanden.


Fazit

Samsung X22 Boyar

Das Samsung X22-Boyar ist ein Geheimtipp. Zwar ist das Gerät leistungs- und ausstattungstechnisch kein Wunder, doch die guten ergonomischen Eigenschaften machen alles wieder wett. Das X22 ist ein gelungenes Arbeitsgerät und ein Kompromiss aus Leistung und Effektivität. Wer bereit ist, bei der Performance Abstriche zu machen, wird mit dem Samsung-Notebook sicherlich glücklich. Obwohl das X22 mit 80,3 Punkten nicht das höchstbenotete Gerät in unserem Testfeld ist, verdient es trotzdem zu Recht den Titel “Empfehlung der Redaktion”. Angenehmes Arbeiten ist damit auch mobil möglich. Wer Wert auf Leistung legt und mit einer etwas schlechteren Ergonomie leben kann, kann sich unbesorgt das kürzlich getestete Dell Latitude D630 zulegen.

X22 Boyar
Hersteller: Samsung
Internet: it-business.samsung.de
Preis: 1.599 Euro

Note: gut
Leistung (35%): befriedigend
Ergonomie (25%): sehr gut
Ausstattung (15%): ausreichend
Akkulaufzeit (15%): gut
Service (10%): befriedigend

Technische Daten
Prozessor: Core 2 Duo T7500 (2,2 GHz, 800 MHz FSB, 4 MByte L2-Cache)
Grafikkarte: ATI Mobility Radeon HD 2400
Festplatte: 200 GByte Fujitsu
Display: 14,1 Zoll (1400 x 900 Bildpunkte)
Gewicht: 2.180 g
Abmessungen: 33,5 x 24,0 x 2,8 – 3,8 cm (B x T x H)