Premiere-Misère: Hacker sind Schuld!

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Den Schwarzen Peter schiebt der Bezahlsender den Schwarzsehern zu. Jene hätten durch die illegale Entschlüsselung für die Miesen in der Firmenkasse gesorgt.

Premiere hat schlecht gewirtschaftet und unter dem Strich in nur zwölf Wochen 28,1 Millionen Euro Verluste eingefahren. Aber nicht etwa das schlechte Management habe etwas damit zu tun. Neiiiin, nicht doch. Es waren die pösen Purschen, die prutalen Hacker, die einfach so die Smartcards gecrackt und damit viele Bundesbürger davon abgehalten hätten, ein Abo zu ordern. Interessante Konstruktion: Entgangene zusätzliche Umsätze sorgen für Verluste bei der tatsächlichen Geschäftstätigkeit. Und das so plötzlich, wo es doch schon immer Schwarzseher bei Premiere gab? Und das angesichts von 140.447 neuen Abonnenten im ersten Quartal? Die Börse lässt sich von diesem Logik-Brei nicht irritieren und straft die Premiere-Aktie ab: Minus 3,9 Prozent und zeitweise die rote Laterne im MDax. Passt doch, denn Rot ist eh die Firmenfarbe. (rm)

ARD