Microsoft Management Summit 2008 in Las Vegas
Microsoft erweitert seine Verwaltungswerkzeuge

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Der Microsoft Management Summit ist die zentrale Veranstaltung von Microsoft in Fragen der Systemverwaltung. Dieses Jahr wurde der Summit in Las Vegas durchgeführt. An der Veranstaltung war aber nicht nur der Ort etwas Besonderes, sondern auch so manche der gebotenen Inhalte.

Kernthemen des Management Summit08

Microsoft Management Summit 2008 in Las Vegas

Die Kernthemen des Microsoft Management Summit 2008 waren Virtualisierung, Systemverwaltung und Sicherheit. In all diesen Segmenten hat Microsoft mittlerweile ein umfangreiches Portfolio an Produkten aufgebaut. Diese wurden den über 4000 angereisten Besuchern in zahlreichen Vorträgen präsentiert.

Wer mochte, konnte die Neuerungen auch in eigenen Übungen nachstellen. Hierzu standen zahlreiche Geräte zur Verfügung. Microsoft stellte für den Summit laut eigenen Angaben über 1100 Rechnersysteme bereit.

Der generelle Trend für alle gebotenen Inhalte und Produkte liegt in der weiteren Automatisierung der IT-Verwaltung. Durch Hyper-V und den Virtual Machine Manager adressiert Microsoft den Bereich der Virtualisierung. Um das Rollout, die Konfiguration, die Überwachung und Optimierung der Rechnersysteme wiederum kümmern sich der Configuration Manager und der Operations Manager. Die bindende Klammer für alle Produkte im Bereich der Verwaltung stellt dabei das System Center dar. Es stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.


Microsoft hat das System Center mittlerweile zu einem umfassenden Werkzeugkasten mit mehreren Verwaltungsprogrammen ausgebaut (Klick auf Bild zeigt vollständige Ansicht).


Microsoft managt auch Dritt-Virtualisierer

Microsoft Management Summit 2008 in Las Vegas

Der Virtual Machine Manager 2007, der bis dato nur zur Verwaltung der Microsoft Virtual Server Systeme und dessen virtueller Maschinen eingesetzt werden kann, wird in Zukunft auch mit den virtuellen Systemen des Hyper-V (wir testeten schon vorab) zurechtkommen. Ferner, und das ist derzeit noch ein Novum, wird der Virtual Machine Manager (erste Erfahrungen damit hier beschrieben) als einziges Verwaltungstool für virtuelle Systeme auch fremde Virtualisierer einbeziehen.

Durch Schnittstellen zum ESX-Server von VMware können dann auch gemischte Umgebungen mit Hyper-V, Virtual Server und dem ESX-Server aus einer zentralen Konsole verwaltet werden. Dies umfasst auch die fortgeschritteneren Funktionen der VMware Infrastructure, wie etwa VMotion zur Liveübertragung von virtuellen Maschinen auf andere Rechnersysteme. Verfügbar sein soll die erneuerte Version des Virtual Machine Manager parallel zur Freigabe des Hyper-V im Laufe dieses Sommers.

Der Configuration Manager (erst kürzlich vorgestellt) wiederum dient in erster Linie zur Verwaltung der Client-Desktops. Zu den Neuerungen des kommenden Release 2 des Configuration Manager zählt eine weitergehende Automatisierung des gesamten Zyklus der Inbetriebnahme von Rechnern. Zwar kann man auch mit der aktuellen Version einen vollständigen Deployment-Zyklus durchführen, neu im Release 2 ist aber die Integration von Hardware-Einstellungen und BIOS-Änderungen direkt in die Verwaltungskonsole des Configuration Manager. In Verbindung mit den vPro-Funktionen von Intel lassen sich nun auch BIOS-Änderungen automatisiert durchführen. Dazu kooperiert Microsoft mit den Herstellern der Geräte, wie etwa DELL, IBM oder HP.


MS bringt Admins neue Management- und Security-Funktionen

Microsoft Management Summit 2008 in Las Vegas

Neuerungen wird es auch beim Operations Manager 2007 geben. Er dient als Management-Tool zur Verwaltung und Optimierung der Systeme und wird vorwiegend zur Überwachung von Servern eingesetzt. Zusammen mit dem kommenden Servicepack des Operations Manager und dessen Erweiterungen, den Cross Platform Extensions, wird dann die Brücke zu weiteren Betriebssystemen, wie etwa Linux oder Sun Solaris geschlagen. In Zukunft lässt sich das Verwaltungstool somit auch zur Überwachung von heterogenen Windows-, Unix- und Linux-Umgebungen einsetzen. Erweiterungen gibt es aber auch in die andere Richtung. Durch die Integration von Kommunikationsschnittstellen wird der kommende Operations Manager auch mit den Verwaltungssuiten von IBM (Tivoli) und HP (Open View) zusammenarbeiten. Damit fügt sich der Operations Manager in bestehende Tivoli- oder Open View-Umgebungen ein.

Ebenfalls Neues gibt es in Hinblick auf die Microsoft Sicherheitsprodukte der Forefront Familie. In den kommenden Wochen sollen zwei Erweiterungen des Internet Security and Acceleration Server 2006 (ISA) freigegeben werden. Das ISA Supportability Update (ISA SU) bringt diverse Verbesserungen zur Fehlersuche und Optimierung des ISA-Einsatzes. Etwas später möchte Microsoft das Servicepack 1 des ISA 2006 freigeben. Es wird unter anderem einen Traffic Simulator enthalten. Ferner soll die Nachvollziehbarkeit von Änderungen (dem Change Tracking) bei den ISA-Einstellungen verbessert werden. Die großen Neuerungen beim ISA stehen aber für das kommende Jahr an.


Mit Forefront sichert Microsoft Server, Desktops und auch das Netzwerk ab (klick ins bild zeigt lesbare Gesamtgröße)

In der neuen Verwaltungsoberfläche Forefront (Codename Stirling) werden ab 2009 alle Sicherheitstools von Microsoft zusammengefasst. Gravierender als die Erneuerung der Verwaltungsoberfläche werden aber die Änderungen in Werkzeugen selbst sein. Durch eine verstärkte Interaktion der einzelnen Tools sollen dabei weitergehende Sicherheitskonzepte implementiert werden. So soll beispielweise der Mailversand oder Internetzugang eines Benutzers automatisch gesperrt werden können, wenn dessen Gerät durch Angriffscode verseucht ist.

Eine Menge Stoff – in den sich Administratoren erst noch einmal einarbeiten müssen, der aber durchaus zu den tecnisch fortgeschrittenen Themen in diesem Markt zählt. Microsoft bleibt nicht stehen und passt sich gerde im Serverbereich sehr schnell an neue Herausforderungen an.