Mobiles Internet 2009 mit 100 Mbit/s?

Allgemein

Und nicht nur in fernen, innovativen Ländern wie China oder Japan. Sondern – ganz ruhig atmen – in Österreich.

Den Ruf eines gemächlichen Landes mit eher langsam kommunizierenden Bewohnern könnte Österreich verlieren, wenn das mit der angesagten Schnelligkeit umgesetzt wird. Mobilkom Austria will zusammen mit dem chinesischen Hardwarehersteller Huawei in die Vollen gehen und im mobilen Bereich die Grenze von 100 Mbit/s überschreiten. Und zwar bis Ende 2009, wie die beiden Firmen heute auf einer Pressekonferenz prahlten.

Die Alpenrepublik eignet sich laut Steven Lau von Huawei besonders gut für einen solchen Rekordversuch: “Österreich ist ein kleines Land, aber bei mobilem Breitband an der absoluten Spitze.” Tatsächlich ist Österreich schon heute in der EU führend, was die Versorgung mit mobilen Datenanschlüssen angeht. Sie werden von sechs Prozent der Österreicher genutzt, gefolgt von Italien mit 2,3 Prozent mobil surfender Bevölkerung.

Mobilkom Austria, auch als A1 bekannt, ist bereits auf dem Sprung zu I-HSPA (Internet High Speed Packet Access), das gestern zusammen mit Nokia Siemens Networks (NSN) demonstriert wurde und theoretisch bis zu 10,1 Megabit in der Sekunde erreicht. Die bisherige Höchststufe HSDPA, in Deutschland trotz vollmundiger Werbeaussagen noch kaum ausgebaut, bringt bis zu 7,2 Mbit/s.

Der noch weit größere Sprung soll danach mit LTE (Long Term Evolution) und einer möglichen Geschwindigkeit von 100 Mbit/s kommen. Die erforderliche Hardware dafür werde in Österreich Ende 2009 verfügbar sein.

Allerdings, nicht alle Österreicher sind begeistert, wie der erste Kommentar zum Bericht einer Tageszeitung zeigt: “Nur Internet über Kupfer is ehrliches Internet … Des mobile Klump verseucht nur den Ether, ansonsten ist’s außer zach nur zach.”

(bk)

Der Standard

Chinas großer Sprung zu 4G