Nvidia: Wir haben nicht vor, Via zu kaufen

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Nvidias CEO Jen-Hsun Huang dementierte die Gerüchte über eine mögliche Übernahme des Chipherstellers. Und feuerte nebenbei eine wütende Salve gegen Intel.

Nvidia sei nicht interessiert, jedenfalls in absehbarer Zeit nicht. VIA wäre nicht auf Nvidias Geld angewiesen – und umgekehrt auch nicht. Der GPU-Hersteller wolle im Grafiksektor bleiben und nicht auch noch ein CPU-Hersteller werden.

Die Gerüchte gehen seit März um und ergeben noch immer einen gewissen Sinn. Via stellt Prozessoren sowie Chipsets für x86-basierte PCs her, und die beiden Firmen kooperieren bereits bei einer niedrigpreisigen PC-Plattform, die Vias kommenden Isaiah-Prozessor mit einem integrierten Chipset von Nvidia verbindet. Und die eine Konkurrenz für Intel bedeutet.

Intel wiederum ist nicht nur für Via, sondern immer stärker auch für Nvidia ein besonders gehasster Gegenspieler. Wie sich in einem lautstark polternden Interview zeigte, das Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang vor wenigen Tagen gab. Und er erklärte dabei auch, warum er so deutliche Worte sagt über Intel:

“Weil sie Intel sind. Weil sie ein Monopol sind. Weil sie ein Spieler sind, der den Markt beherrscht. Sie müssen sich höheren Maßstäben stellen. Sie sollten nicht einfach behaupten können, dass andere Firmen dem Untergang geweiht sind.”

Letzteres bezog sich auf die Äußerung eines Intel-Managers, der unlängst erklärt hatte, die gegenwärtige Grafiktechnologie (oft als rasterization bezeichnet) werde ersetzt werden durch eine andere Grafiktechnologie (ray tracing), an der Intel arbeitet. Und Huang ist eindeutig genervt von Intels häufigen Andeutungen über einen kommenden High-End-Grafikchip namens Larrabee, ohne dass jemals Einzelheiten genannt wurden. Er hält das inzwischen für das, was man früher ein Potemkinsches Dorf nannte und heute eine Präsentationsfolie:

“Larrabee ist eine Powerpoint-Folie … Sie lassen Larrabee da draußen schweben, nur um einen Schatten auf uns zu werfen, für eine Wolke über uns zu sorgen. Sie haben bereits zwei Jahre verstreichen lassen, seit sie davon zu reden begannen. Sie würden es gerne weitere vier Jahre so laufen lassen und eine Wolke über mir hängen lassen.”

Hört sich das nicht an, als würde er es Intel gerne mal richtig zeigen wollen? Und warum dann nicht einfach Via übernehmen?

(bk)

IT Examiner

cnet-Interview mit Jen-Hsun Huang