iPod-Steuer in Japan?

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Japan will Copyright-Gebühren auf iPods und Festplattenrecorder einführen, heißt es in einem Bericht.

Wie die “International Herald Tribune” berichtet, wollen Regierungsmitarbeiter in Japan Copyright-Gebühren auf Digitalgeräte einführen, mit denen “geistiges Eigentum” kopiert werden könne – ähnlich den Verwertungsgesellschaften in Deutschland, aber über eine Steuer abgegolten.

Der Gesetzes-Antrag soll kommende Woche in Tokio gestellt werden. Die “Copyrightgebühren” auf iPods und andere portable Musikplayer sowie auf Festplattenrekorder sollen dann auf Künstler und ihre Agenturen verteilt werden.

Das japanische Kultusministerium hat den genauen Betrag noch nicht definiert, im Gespräch seien aber um die 100 Yen (62 Euro-Cent) pro Gerät, was sich jährlich zu rund einer Milliarde Yen (6,2 Millionen Euro) summieren würde.

Ältere Gerätetypen wie Minidisk and DVD-Rekorder sind bereits “Opfer” der Geräteabgabe, die weltweit von der Medienindustrie forciert wird. Eine iPod-Steuer, die schon im Dezember 2005 verlangt wurde, war allerdings im Parlament durchgefallen. Es wird erwartet, dass die Hardware-Industrie erneut dagegen rebellieren wird – wie auch (fruchtlos) in Deutschland gegen die Begehrlichkeiten der Verwertungsgesellschaften rebelliert wurde.

Die neuen Gesetzesvorschläge kommen weniger als einen Monat, bevor Japans neues Gesetz “Dubbing 10” zum Schutz digitaler Inhalte in Kraft tritt, das den Nutzern bis zu 9 Privatkopien von aufgenommenem Digital-TV zugesteht. (mk)

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