Borland wird seine Entwickler-Tool-Tochter Codegear los

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Embarcadeo kauft Borlands Tochter Codegear für 23 Millionen Dollar. Deren Entwicklertools für das Erzeugen von selbständigen Objekten in den Programmiersprachen Java, C++. Delphi, PHP und Ruby mussten sich zunehmend kostenloser OpenSource-Konkurrenz erwehren.

Borland Software hat seine Tochterfima Codegear verkauft – in den USA wurde sie nur noch als “Abteilung” gesehen, nicht mehr als eigenständige Firma, die sie rein rechtlich war. Dem Wall Street Journal zufolge hatte Borland schon seit einiger Zeit im Auge, die strauchelnde Tochter loszuwerden. Besonders Konkurrenz durch kostenfreie OpenSource-Entwickler-Tools habe es Codegear zunehmend schwer gemacht, seine “soliden” Entwicklungsprogramme zu verkaufen – insbesondere IBMs OpenSource-Projekt Webphere IDE sei ein ganz gewaltiger Hemmschuh.

Bei Borland selbst konnten diese Tools offenbar nicht richtig in das Produktportfolio der “Lifecycle management”-Programme integriert werden. Die vorhandene Basis, durch eine ähnliche Integration wie bei IBMs WebSphere zu sinnvollen Entwicklungstools für ganze SOA-Architekturen zu kommen, sah man bei Borland offenbar nicht. Embarcadero sah das Schnäppchen und kaufte es endlich – Borland hatte zuvor einfach keinen Käufer gefunden.

Die Codegear-Produkte richten sich vor allem an Einzel-Entwickler, während Borlands andere Abteilungen ganze EntwicklerTeams und Software-Architekten ansprachen. Das Image, nichts für Unternehmenskunden zu bieten, nagte an den (vorhandenen) Potentialen Codegears – zumindest aus der Sicht von Investoren.

Zu Embarcadero passt Codegear jedoch gut: Die investierende Firma macht selbst mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz jährlich mit Datenbank-Management- und -Design-Tools. Durch den Zukauf will man nun die Millionen von Entwicklern erreichen, die bereits Codegear-Software verwenden – so kann man durch die richtigen Produkt-Bundles die kleinen “Bastler” eventuell zu professionellen (und günstigen) Anbietern von Unternehmens-Anwendungen heranziehen und so wiederum eine Menge kleiner und mittlerer Unternehmen erreichen, die man mit den Datenbank-Entwickler-Tools bisher nicht so leicht ansprechen konnte. (mk)

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