P2P-Traffic: Neue Zahlen

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Firmen melden sowohl mehr als auch weniger Filesharing, Analyse zeigt Ausweg aus der Verwirrung.

Welchen Anteil Filesharing tatsächlich am gesamten Datenverkehr im Internet hat, bleibt im Moment noch ein Rätsel. Statistiker unterschiedlichster Coleur (und bezahlt von unterschiedlichsten Auftraggebern) melden munter sowohl zunehmende als auch schwindende Anteile. Dabei wäre eine genauere Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse sicher hilfreich, etwa um politische Entscheidungen daran auszurichten.

Vor allem US-Internet-Provider wie Comcast beklagen verstopfte Leitungen (“Internetröhren”) durch den womöglich teilweise unlizensierten P2P-Traffic. Techniker der Internetfirma Ellacoya stellten bei Betrachtung von etwa einer Million US-Breitbandanschlüssen fest, dass P2P derzeit für 37, allgemeiner HTTP-Traffic aber für 46 Prozent des gesamten Datenverkehrs verantwortlich sei. Dateitausch sei also, prozentual gesehen, zurückgegangen, was die Insider auch eine stark gestiegene Nachfrage nach Online-Videos bei YouTube und anderswo zurückführen.

Andererseits weisen Organisationen wie die US-amerikanische Cooperative Association for Internet Data Analysis darauf hin, dass mittlerweile ein beträchtlicher Teil des BitTorrent-Traffic verschlüsselt stattfindet, so dass eine Packet-Analyse nicht mehr so ohne weiteres möglich ist. In Europa wird Netzneutralität und die Legalität von Eingriffen in den Datenverkehr weniger stark diskutiert, wird aber in parlamentarischen Gesetzgebungsprozessen der näheren Zukunft sehr Wohl eine Rolle spielen. [fe]

Wired