Doppelte P2P-Geschwindigkeit per Software?

Allgemein

Filesharing über P2P soll bereits über 70 Prozent des weltweiten Internet-Traffic verursachen. Wissenschaftler suchten und fanden technischen Möglichkeiten, diese Belastung zu verringern. Was zugleich viel höhere Geschwindigkeiten für die Nutzer bringen kann, wie sie behaupten.

Die intensive Netznutzung führte Internet Service Provider bereits dazu, den P2P-Traffic gezielt zu drosseln, was ihnen wiederum Ärger mit Kunden sowie Behörden einbrachte. Forscher der Northwestern University in Illinois wollten ihnen aus diesem Dilemma helfen und entwickelten eine frei verfügbare Software, die den Netzverkehr entlastet, ohne die Leistung für den Benutzer zu verringern. Tatsächlich verbessere sie Übertragungsgeschwindigkeiten in stark belasteten Netzen um durchschnittlich 31 Prozent, bei großer verfügbarer Bandbreite sogar um durchschnittlich 207 Prozent. Das bestätigten die Ergebnisse von über 100.000 teilnehmenden Nutzern.

Die Softwarelösung Ono identifiziert netztopologisch “nahe” P2P-Clients. Das ist eine nicht eben triviale Aufgabe, wie der an der Entwicklung beteiligte Student David Choffnes erklärt: “Es mag einfach erscheinen, ‘nahe’ Computer für die Übertragung von Daten zu finden. Aber das Problem besteht darin, dass das Internet keine Google Map hat. Jeder Computer mag eine Adresse haben, aber diese verrät einem nicht, ob der Rechner in der Nähe ist.”

Um dieses Problem zu lösen, nutzt Ono die Messungen von Internetfirmen wie Akamai, einem Netzwerk für die Content-Distribution, um nahe Rechner zu identifizieren. Ono ist Open Source, seit 2007 als Plug-In für den Bittorrent-Client von Azureus (Tools / Plugins / Plugins installieren) verfügbar und wird laufend weiterentwickelt.

(bk)

Science Daily

Northwestern University / Aqualab

Bittorrent-Plug-In entlarvt üble Provider