Der Craigslist-Effekt: Sterbende Zeitungen

Allgemein

Das klassische Zeitungsgewerbe leidet natürlich unter dem Internet. Doch insbesondere das Kleinanzeigenportal Craigslist macht nun aus manchem Flaggschiff Kleinholz.

Die angesehene Washington Post scheint das jüngste und prominenteste Opfer des Craigslist-Sogs zu sein: Ein lausiges Quartalsergebnis mit minus 39 Prozent beim Nettoprofit des Konzerns und einem Komplettabsturz der Zeitungssparte: Bei Minus 92 Prozent kann man von Gewinnen kaum noch sprechen. Die Werbeeinnahmen gingen im Druckbereich für die gesamte Verlagsgruppe um 11 Prozent zurück. Besonders heftig war der Abgang bei den Kleinanzeigen – früher die Goldmine einer jeden Zeitung. Hier verliert auch die Post in beängstigendem Tempo ans Internet allgemein und insbesondere an Craigslist.
Mit den eigenen Online-Aktivitäten kann auch die Post die Anzeigenschmelze kaum auffangen, denn hier gab es im letzten Quartal nur ein Wachstum von 8 Prozent (zum Vergleich: Die New York Times holte 11,9 Prozent mehr Online-Werbung herein). Und kaum etwas von den Web-Umsätzen für die Post waren Kleinanzeigen. Es sieht also gar nicht gut aus für die US-Zeitungslandschaft. Und Craigslist streckt die Finger nach Europa aus… (rm)

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