Die wahre Geschichte von Ebay und Craigslist

Allgemein

Ebay ist an der Kleinanzeigen-Plattform wesentlich beteiligt, gleichzeitig treffen sich beide Firmen vor Gericht. Die von Ebay veröffentlichte Klageschrift enthüllt, was bisher geschehen ist. Craigslist kontert mit dem Vorwurf, Ebay sei einfach nur gewinnsüchtig.

Ganz kurz zusammengefasst: Die Leute von Craigslist sind offenbar weniger gewinngeil auf Gewinnmaximierung bedacht als das in dieser Hinsicht besonders engagierte Management von Ebay. Um mehr abkassieren zu können, gründete Ebay daher Kijiji. Das sahen sie bei Craigslist wiederum als klares Zeichen dafür, dass Ebay mit ihnen konkurrieren wolle. Und sagten klar, wie unangenehm es ihnen sei, ausgerechnet Ebay als Aktionär zu haben.

Ebay-Chefin Meg Whitman bot daraufhin an, gleich den ganzen Rest von Craigslist zu kaufen. Das kam wiederum gar nicht gut an. Craig Newmark und Jim Buckmaster von Craigslist kurbelten Transaktionen an, um Ebays Anteil unter 25 Prozent zu halten und dem Auktionshaus so den Weg in den Aufsichtsrat zu versperren. Es gelang ihnen offenbar, Ebays Anteil unter 13 Prozent zu drücken.

So weit die Geschichte, wie sie von Ebay erzählt wird. Die Wahrheitsfindung wird letztendlich einem Gericht überlassen sein. Craigslist will sich ein paar Wochen Zeit lassen, um auf die Vorhaltungen zu antworten. In einer ersten Erklärung heben sie auf die Gewinnsucht Ebays ab:

“Wie jene erkennen werden, die uns am besten kennen, dienten alle von uns ergriffenen Maßnahmen dem Zweck, das langfristige Wohlergehen der Craigslist-Community zu schützen. Leider haben wir einen unangenehm zwieträchtigen Hauptaktionär in unserer Mitte, der davon besessen ist, den Markt der Online-Kleinanzeigen zu dominieren, um die eigenen Gewinne zu maximieren.”

(bk)

Silicon Alley Insider