US-Ermittler: Siemens versagte in allen Sparten

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In der unappetitlichen Schmiergeld-Affäre drohen dem früheren Management knackige Schadenersatzforderungen.

Die mit den internen Ermittlungen beauftragte US-Kanzlei “Debevoise & Plimpton” legte gestern einen Zwischenbericht vor. Jener enthielt zahlreiche neuen Erkenntnisse über die Siemens-Verfehlungen aus den Jahren 1999 bis 2006. “Die Kanzlei hat in nahezu allen untersuchten Geschäftsbereichen und in zahlreichen Ländern Belege für Fehlverhalten gefunden”, heißt es in einer Mitteilung. Der Konzern selbst wolle nun Schadenersatzansprüche gegen ehemalige Vorstandsmitglieder prüfen.

Beim Korruptionsskandal geht es mittlerweile um dubiose Zahlungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, die vermutlich größtenteils eingesetzt wurden, um Aufträge an Land zu ziehen. Die US-Ermittler fanden entsprechende Fälle in der früheren Telekommunikationssparte Com sowie in fünf weiteren Geschäftsbereichen des Konzerns. Nach dpa-Informationen befragte die Münchner Staatsanwaltschaft gestern einen weiteren Manager des früheren Siemens-IT-Dienstleisters SBS.

Der Siemens-Konzern gab gestern Abend auch noch bekannt, dass der ehemalige Elektronikkonzern BenQ (heutige Qisda) Siemens verklagt hat. Die Taiwaner verlangen “beträchtlichen Schadenersatz”. Um welche Summe es sich genau handelt, wollte der Siemens-Sprecher nicht verraten. (rm)

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