Google sorgt sich um Datenschutz

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Der Datenschutzbeauftragte von Google mahnt Web-User dazu, besser auf ihre Privatsphäre zu achten. Zugleich betont er in einem Interview, dass Google »keinerlei Daten verkauft«.

»Netzsurfer tragen selbst Verantwortung«, erklärt Googles oberster Datenschützer, seines Zeichens Global Privacy Counsel, im Interview mit Zeit online. »Menschen müssen besser lernen, ihre Privatsphäre in der digitalen Welt zu managen«, so Peter Fleischer. Internet-Nutzer sollten »von vornherein die Datenschutz-Einstellungen nutzen, denn dafür wurden sie gemacht«.

Dass Google User dazu ermuntert, besser auf ihre persönlichen Daten aufzupassen, hört sich an, als wenn der Suchmaschinen-Gigant nach dem Motto »Angriff ist die beste Verteidigung« handelt. Denn Google bezog im Sommer letzen Jahres Schelte von Datenschützern, weil der Konzern eingegebene Suchbegriffe mit der IP-Adresse verknüpft und diese Informationen derzeit 18 Monate lang speichert. Zuvor wurden die Daten auf unbestimmte Zeit vorgehalten, dann sank der Zeitraum auf zwei, schließlich auf eineinhalb Jahre.

Laut Fleischer handelt Google damit »exakt nach europäischen Datenschutzrichtlinien«. Wem das nicht passt, der könne in kurzen Abständen die Google-Cookies von seinem System löschen. Dann allerdings, so Fleischer »entfallen bestimmte Funktionen, die eine Suche erleichtern«. Auch wehrt er sich vehement gegen den Vorwurf, Google würde Suchprofile erstellen: »Wir verkaufen keine Daten. Unsere Maschinen kennen keinen der mehr als 500 Millionen Google-Nutzer persönlich, und wir wollen das auch nicht«. Dass Google lediglich kontextbezogene Werbung verkauft, und nicht die Daten selbst, betont Fleischer ausdrücklich: »Wir erstellen kein Profil darüber, wie sich jemand in der Vergangenheit im Internet verhalten hat«. Zwar gebe es das im Web – Googles Geschäft ist dies laut Fleischer jedoch nicht. Bezüglich übergeordneter Datenschutzrichtlinen wünscht er sich vor allem »Standards, die weltweite Geltung haben«. (tkr/dd)

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