Universal jammert über Maulkorb

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Nie dürfen wir unsere legalen Interessen verfolgen! Immer verklagt uns die EFF! Heul!

Schlechte Stimmung beim Mediengiganten Vivendi Universal. Sozusagen den Tränen nahe. Muss man sich doch eine Behandlung gefallen lassen, die man lieber anderen angedeihen lässt. Die Electronic Frontier Foundation hat nämlich den seinerseits so klagefreudigen Konzern vor Gericht gezerrt, nachdem dieser per Abmahnung ein Video von YouTube entfernen liess. Ja, genau, das 29-Sekunden-Video mit dem hopsenden Kleinkind und einem blechern klingenden Soundtrack aus einem Stück von Prince (“the prince formerly known as tafkap”). So ein blechernes Video sei schliesslich eine eklatante Verletzung der Konzernrechte.

Was die EFF aber gar nicht so sah und deswegen gerichtlich gegen die pauschalen Rechtsansprüche vorging. Ab hier wird’s komplizierter. Universal nämlich berief sich auf das kalifornische Anti-SLAPP-Gesetz, welches einen “Strategic Lawsuit Against Public Participation”, also typischerweise eine Maulkorb-Klage gegen Konzernkritiker, verhindern soll. Der Gigant sieht sich also in der Rolle des Opfers, dem geholfen werden muss.

Der Richter wollte diesen Standpunkt nicht einnehmen, cancelte aber das ganze Verfahren, so dass die EFF eine Neuaufnahme beantragen musste. Der Fall ist also noch nicht ausgestanden. Man darf mit weiteren Klagen, Klageliedern und Maulkorb-Vorwürfen rechnen. [fe]

Ars Technica