Musikkonzerne klagen gegen Playlisten

Allgemein

Tauschen darf man nicht mehr, und jetzt auch keine Playlisten mehr vorzeigen? Hinten höher als vorne?

Ein selten massives Aufgebot von neun Firmen unter dem Dach der vier grossen Konzerne hat den Anbieter Project Playlist vor dem U.S. District Court in Manhattan verklagt. Wegen “massiver Copyrightverletzung”. Was die Bösen angestellt haben, fragt man sich? Sie lassen auf Wunsch Musik laufen, als Stream. Wie ein Webradio. Alte Sache, möchte man meinen, aber nein. Weil man seine Project Playlist-Playlists veröffentlichen und sogar (!) auf seinem Blog, der MySpace-Seite oder Facebook posten kann.

Richtig: wer braucht dann noch diese doofen CDs aus dem letzten Jahrhundert? Trotzdem kann man nicht alles zum Verbrechen erklären, was sich offen mit dem technischen Wandel der Entertainment-Industrie beschäftigt. Firmen wie Group Corp’s Atlantic Elektra Entertainment, Warner Records (Warner Music), Capitol Records, Priority Records and Virgin America EMI) oder Interscope, Motown, UMG (Vivendi Universal) müssen eben einsehen, dass die Ära des Tonträgers zügig ihrem Ende zugeht.

Aber halt: da fällt mir auf, dass in der Liste SonyBMG als vierter Reiter der Apokalypse fehlt. Hat irgend jemand grade eine passende Verschwörungstheorie zur Hand? [fe]

Reuters
Project Playlist