Yahoo macht überraschende Gewinne

Allgemein

Microsoft-Boss Steven A. Ballmer muss es geahnt oder gewusst haben, denn noch gestern spielte er die Bedeutung der Yahoo-Quartalsergebnisse herunter.

“Ich wünsche Yahoo allen denkbaren Erfolg mit den Ergebnissen, aber das wirkt sich nicht auf den Wert aus, den Yahoo für Microsoft hat”, hatte er sich vorsorglich zitieren lassen.

Yahoo konnte für das erste Quartal 2008 die erste Gewinnzunahme in mehr als zwei Jahren vermelden. Er stieg von 142 Millionen $ im Vergleichsquartal des Vorjahrs auf 542 Millionen $. Der Verkauf von Anteilen an der chinesischen Internetfirma Alibaba.com Ltd. trug mit 401 Millionen $ ganz wesentlich dazu bei.

Die Gesamtumsätze stiegen um 9 Prozent auf 1,82 Milliarden $. Die Nettoumsätze ohne Provisionszahlungen für Marketingpartner wuchsen um 14 Prozent auf 1,35 Milliarden $ und lagen damit über den Vorhersagen der Analysten, die mit 1,32 Milliarden $ gerechnet hatten.

Richtig zufrieden waren die Herren Analysten dennoch nicht und rieten eher dazu, das Geld von Microsoft zu nehmen und die Biege zu machen. Die Börse sah es positiver und ließ die Yahoo-Papiere nachbörslich um ein Prozent steigen.

Yahoo-Gründer und CEO Jerry Yang machte indirekt klar, dass sich Yahoo auch weiterhin nicht zu billig hingeben will: “Wie in unserer Präsentation für die Investoren ausgeführt, gehen wir davon aus, dass wir unser Umsatzwachstum deutlich beschleunigen, zu unseren historisch hohen Gewinnspannen zurückkehren und den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bis 2010 verdoppeln können.”

Es wird weiter gepokert. Am Samstag läuft Microsofts Ultimatum ab, mit dem Steve “fliegende Stühle” Ballmer eine feindliche Übernahme angedroht hatte.

(bk)

New York Times

Bloomberg