Qimonda: Infineon muss 1 Milliarde Euro abschreiben

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Die frühere Halbleitersparte von Infineon verschafft dem Konzern wieder mal Ärger. Umsatzrückgang, Probleme beim Export durch den niedrigen Dollarkurs und weiterer Verlust zwingen Infineon zur Abschreibung.

Qimonda, Die ehemalige Halbleitersparte von Infineon, beendete das zweite Geschäftsquartal 2008 enttäuschend: 58 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr und 20 Prozent weniger als im vorherigen Quartal hat dem unternehmen nicht gutgetan. Infineon nimm seine Tochter Qimonda nun aus der Kenbilanz und schreibt eine ganze Milliarde Euro ab.
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Der “zum Verkauf stehender Geschäftsteil” konnte zwar seinen Verlust leicht reduzieren, das aber freu die Investoren trotzdem nicht: 468 Millionen Verlust im Vergleich zu vorher 590 Millionen Euro sind kein Pappenstiel. Gut nur: Es wurde Schlimmeres erwartet. Trotzdem: Die Idee, Qimonda für viel Geld zu verkaufen (wir berichteten) fällt wohl ins Wasser.

Doch vergangenes Jahr schrieb Qimonda mit 85 Millionen Gewinn sogar noch schwarze Zahlen – damals jedoch war der Dollar noch nicht ganz so auf Talfahrt wie jetzt – und der Preisverfall im Halbleiterbereich trug auch zum schlechten Ergebnis bei. Nur 17 Prozent des Qimonda-Umsatzes stammten aus Europa – anderswo wird mit Dollars gerechnet, was zurzeit nicht gerade zu Freudenschreien in den Buchhaltungsbüros führt.

Neue in 65 Nanometer-Technik gebaute DDR2-Speicherchips, von denen sich das Unternehmen viel verspricht, sollen erst im September 2008 kommen. Ob das zu spät ist? (mk)

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