„Diese DVD zerstört sich nach 48 Stunden …“

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In anderen Ländern gibt es die Wegwerf-DVDs schon länger. Jetzt wirft sie ein deutscher Hersteller in die Medienwelt – und preist sie als Waffe gegen illegales Kopieren sowie Filmdownloads.

Einmal-DVDs nennt sie die DVD-D Germany Ltd. In München. Das sei ein neuer DVD-Typus „im Gegensatz zur Permanent-DVD“. In Italien, Frankreich und Skandinavien sei es bereits erfolgreich eingeführt und solle nun auch in Deutschland Lizenzinhabern und Kunden Vorteile bringen: “Einmal-DVDs sind derart günstig, dass sich ein illegales Kopieren oder Herunterladen des Films nicht mehr lohnt.”

Eigentlich seien sie unbegrenzt haltbar. Doch sobald sie sich im Abspielgerät drehen, sind sie nur noch 48 Stunden spielbar. Das Steuermenü verschwindet, die Daten fließen ins Nirwana. Wie erste Tests ergaben, kann man sich nicht einmal auf diese Frist verlassen. Werden sie mehrmals abgespielt, lösen sich die Scheiben noch wesentlich schneller auf.

Als die selbstzerstörende DVD 2003 in den USA eingeführt wurde, stieß sie auf vehemente Kritik von Umweltgruppen. Der Anbieter Flexplay startete daraufhin zusammen mit dem Content-Anbieter Buena Vista Home Entertainment ein Recycling-Programm und versicherte, die Einmal-DVD stünde ganz im Einklang mit den Vorgaben der US-Umweltbehörde. Einmal-DVDs werden in den USA noch immer angeboten, offenbar aber mit wenig Erfolg.

Ob deutsche Kunden so etwas überhaupt anfassen wollen, erkundet der Einmal-Scheiben-Händler derzeit an Verkaufsstellen in München und Umgebung. Sollte es erfolgreich sein, so drohen sie damit, das ganze Bundesgebiet mit Einmal-DVDs zu fluten.

(bk)

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