Hat Hollywood Angst vor dem Internet?

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Bei ihrer jährlichen Konferenz in Las Vegas machen sich die TV- und Radiostationen Sorgen um ihr traditionelles Business-Modell. Schauspieler und Hollywood-Manager helfen ihnen dabei.

inq_hollywoodweb.jpgEigentlich kommen die Akteure aus Tinseltown zur Konferenz, um ihre jüngsten Produktionen den Sendern unterzujubeln. Doch diesmal beteiligten sie sich aktiv an der Diskussion über das Problemkind Internet. Alle gemeinsam befürchten ihren Ruin.
Doug Liman, Macher von “Die Bourne Identität”, schlägt die Videoqualität im Web auf den Magen (mir auch), die nicht gut genug für ernsthafte Produktionen sei. CSI-Erfinder Anthony Zuiker sieht richtig schwarz: “8 Millionen Zuschauer sind mir beim Serienstart in der letzten Season verloren gegangen. Warum? Weil die Leute lieber online surfen gingen”, lautet seine verworrene Anklage. Auch tauge das Werbe-System im Internet nichts, denn es bringe den Sendern nicht genügend ein. Sein Ziel: “Wir müssen die Zuschauer wieder zurück vor den Fernseher holen, nicht von ihm vertreiben.”
Besonders verrückt wird die Anklage von Barry “Men In Black” Sonnenfeld: “Ich fürchte das Internet aus vielen Gründen. Das Medium ist die Botschaft. Und es hat unsere Häuser erobert und unser Bewusstsein übernommen. Es ist beängstigend hypnotisch. Und es verführt unsere Kinder, die den ganzen Tag davor sitzen. Wahrscheinlich sind wir die letzte Generation Amerikaner, die Demokratie erlebt haben.” Okay, mit dem letzten Satz trifft er voll ins Schwarze. Der Rest galt doch wohl eher für den passiv-toten TV-Konsum. Im Internet kann man zwar viel Zeit verbraten, aber meist wird das Gehirn mehr gefordert. Und da ist es nicht mit hirnlos-seichter TV-Kost getan. Und wer produziert diese? Eben. (rm)

AlleyInsider