Virgin Media: Netz-Neutralität ist bereits Geschichte

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Der neue Boss des zweitgrößten britischen ISPs gibt zu, dass Kunden, die besser zahlen, schon heute eine höhere Performance erhalten.

Im angelsächsischen Raum gibt es seit über einem Jahr in der Internet-Branche und der Politik eine intensive Diskussion über die Netz-Neutralität: Daten sollen nicht diskriminiert werden und unabhängig von ihrem Absender mit gleicher Priorität durchs Netz geleitet werden. Völliger Blödsinn, versucht Virgin Media CEO Neil Berkett die Debatte abzukürzen. Die tägliche Praxis zeige, dass es die Neutralität de facto schon nicht mehr gebe.

Schon in seinem ersten Monat auf dem Chefsessel lehnt sich Berkett damit weit aus dem Fenster. Er gibt zu, dass Virgin Media die Inhalte mancher Kunden schneller auf der Überholspur durchschleuse, da sie extra dafür bezahlen – und als guter Wirtschafter sei man verpflichtet, solche Sonder-Umsätze zu generieren.

Die übrigen Kunden seien als Konsequenz halt “nur mit Busgeschwindigkeit” unterwegs, sagte er im Interview mit dem RTS-Fernsehmagazin. 3,5 Millionen Kunden können halt nicht mehr gleich gut behandelt werden, dafür fehlen schon die Kapazitäten. Insbesondere warnte er BBC und seine iPlayer-Kunden, in der langsamen Busspur zu landen, wenn kein Premium-Zuschlag fließe. (rm)

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