NSI nutzt ungefragt .com-Subdomains von Kunden für Werbung

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Der Infodienst TechCrunch findet beim Ex-Monopolisten für Dotcom-Domains immer wieder Dinge, die nicht “koscher” sind; derzeit etwa das Kapern nicht benutzter Subdomains von Kunden.

Nahezu 300.000 Subdomains seien von Network Solutions (NSI) “entführt” worden, berichtet TechCrunch und beruft sich dabei auf ein Schreiben des Anbieters der Spieleseite gotgame.com. Rief man die bisher nicht verwendete Subdomain app.gotgame.com auf, fand sich unter dem NSI-Logo eine Under-construction-Seite sowie eine Navigation, die zuerst auf eine Zwischenseite mit Werbung führte, bevor sie zu den eigentlichen Inhalten verlinkt.

Ein Versehen schließt de Schreiber des Briefes aus – die mit der Subdomain verbundene IP-Adresse sei mit 294.438 weiteren Subdomains verknüpft, wie das Domaintool “Reverse” anzeige. Das deute darauf hin, dass NSI gezielt und ohne Nachfrage die Web-Adressen seiner Domainkunden zur “Monetarisierung” nutze.

Einen Tag nach der Berichterstattung darüber war auf der fraglichen Subdomain nur noch die Meldung “page not found” zu sehen. Dies ist nicht der erste Vorfall, der NSI in ein schlechtes Licht rückt: Schon im Februar wurde das Unternehmen verklagt, weil der DotCom-Registrar auch nach Aufhebung seines Monopols Nutzer zwanghaft dazu brachte, die anderswo beantragten Dotom-Domains bei ihm zu registrieren – NSI reservierte dazu die Domains der anderen Registrare, die Dotcom-Anträge bei NSI melden, erst einmal vorsorglich auf sich selbst. (mk)

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