Miet-Software auf fremden Servern
Software passgenau aus dem Netz

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Google-Web-Anwendungen kennt jeder, Salesforce als CRM aus dem Web hat einen gewissen Bekanntheitsgrad, und auch SAP will auf SaaS (Software as a Service) setzen. Nun kommt noch die Deutsche Telekom ins Spiel.

Dienstleistung statt Lizenzen

Miet-Software auf fremden Servern

Eine leistungsfähige IT-Infrastruktur bestimmt den Geschäftserfolg eines Unternehmens maßgeblich mit, das wissen nicht nur IT-Entscheider. Die Krux dabei: Die Anschaffung, Implementierung und der Betrieb aktueller Hard- und Software ist ganz schön kostspielig.

Dass es auch anders geht, beweist das zunehmend populäre Modell SaaS, auf Deutsch “Software als Dienstleistung”. Durch den Einsatz von Mietsoftware steht den Mitarbeitern einer Firma nicht nur jederzeit die aktuelle Software auf ausgelagerten Servern über das Internet zur Verfügung, das Unternehmen spart mit der Lösung auch Kosten. Denn es zahlt bei den meisten SaaS-Anbietern nur die Leistung, die es tatsächlich nutzt, bei manchen sogar nur eine kalkulierbare Monatsrate; bei der Telekom gilt dies monatsrate pro Arbeitsplatz. Gerade mittelständische und kleinere Firmen mit meist geringen eigenen IT-Ressourcen profitieren auf diese Weise von schlüsselfertigen Online-Lösungen und niedrigen, nutzungsabhängigen ITK-Kosten. Ein weiteres Plus: Die Ressourcen für Implementierung, Betrieb und Support liegen bei der webbasierten Mietsoftware in der Verantwortung des Dienstleisters.

Wo bislang vor allem einzelne Spezialdienstleister nötig waren, geht der neue Player in diesem Markt, die Deutsche Telekom, noch einen Schritt weiter: sie bietet gleich eine ganze Palette von Anwendungen für kleine und mittlere Unternehmen. Der “IT-SoftwareService” kann laut Telekom unterschiedliche Geschäftsabläufe unterstützen. Das Basisangebot “Hosted Exchange” ist bereits ab 3,49 Euro pro Monat und Arbeitsplatz erhältlich., meldet die aktuelle Preisliste.

Firmen können schon in der Basisversion umfangreiche Kommunikationsfunktionen nutzen. So greift der Mitarbeiter mit seinem Handy, Laptop, PDA oder BlackBerry auch von unterwegs einfach auf E-Mails, Kalender oder Kontakte zu. Auch die Terminkalender der Kollegen lassen sich über mobile Endgeräte einheitlich einsehen sowie weitere Gruppenfunktion wie Aufgaben- oder Adressverwaltung standortunabhängig nutzen.


Die Exchange-Anbindung mobiler Geräte ist die für ein Telekom-Unternehmen natürliche SaaS-Lösung. Der “ITSoftwareService” der Deutschen Telekom “wildert” auch noch in anderen Software-Revieren

Über die bekannten Standardfunktionen des E-Mail-Versands hinaus werden Eintragungen, die der Mitarbeiter mobil vornimmt, wie das Erstellen neuer Aufgaben oder Kalendereinträge, automatisch mit den Daten aller Teilnehmer synchronisiert. So sind alle Mitarbeiter immer auf dem aktuellen Stand. Klingt ähnlich wie Google und kann doch mehr von dem, was Geschäftsleute brauchen.


Komplexe Abläufe steuern

Miet-Software auf fremden Servern

Weiter im Angebot von IT-SoftwareService: ERP (Enterprise Ressource Planning) und CRM- (Customer Relationship Management) Lösungen, mit denen Unternehmer auch die komplexen Abläufe in ihrem Geschäftsalltag optimieren und effizienter gestalten können. Der kunde muss sih nach em Abschluss des Geshäftes nur einloggen, dann kann e ohne Sotware-Installation starten.


Einmal einloggen und schon stehen die gebuchten Dienste bereit.

So läuft etwa die modular aufgebaute Unternehmenssoftware cierp3 bei Warenwirtschaft, Controlling und Planung schon ab 14,99 Euro pro Monat und Arbeitsplatz. Ebenso bietet IT-SoftwareService Hilfe beim Vertrieb. Die verfügbare Kundenmanagementlösung spo.C CRM verwaltet unter anderem Adressen, Aufträge, Schriftverkehr oder Rechnungen.

Die integrierte Schnittstelle zu den optional erhältlichen Microsoft Office-Produkten hilft darüber hinaus auch bei der Erstellung von Serienbriefen. Potenziale in Unternehmen oder Vertrieb lassen sich so schneller identifizieren. Die Marketingtexter de Telekom fassen es in die üblichen Mrketingphrasen: “So werden durch Kosteneinsparungen und Optimierungen der Geschäftsprozesse Wettbewerbsvorteile geschaffen, ohne eine teure Infrastruktur selbst aufbauen oder zeitraubende SoftwareInstallationen durchführen zu müssen”.

Die Schnittstellen zu Office gehen zwar noch einen Schritt weiter als etwa die Google-Applikationen, die jetzt gerade erst Offline-Funktionen einführen. Und beim auf CRM spezialisierten Anbieter SalesForce lassen sich Schnittstellen zu Microsoft Office durch die über AppExchange erhällichen PlugIns integrieren – aber eben nachträglich. Und so hat jeder Anbieter von derartigen Software-Dienstleisungen seine eigenen Vor- und Nachteile aufzuweisen. Gemeinsam ist ihnen eines: Neue Software-Lizenzen müssen nicht erworben werden – der Kunde mietet ja nur.


AppEchange: Marktplatz für SaaS-Add-ons zur CRM-Lösung SalesForce

Die Telekom-Anwendungen wiederum könnten gerade kleine Unternehmen aus der Reserve locken – zwar sind sie nicht, wie etwa die Google Apps, kostenlos, dafür aber eher auf deutsche Bedürfnisse abgestimmt. Offene Schnitttellen zur Einbindung von Fremd-Applikationen oder selbst programierten wie etwa bei SalesForce haben sie zwar auch nicht, doch für ein paar Euro mehr lohnt sich zumindest ein Test, ob die Anwendungen die eigenen Ansprüche abdecken.

Wie erfolgreich der SaaS-Dienst der British Telecom ist, die voriges Jahr einen ganz anderen Weg einschlug und mit Appstandard eine Software-Grundlage schuf, mit der Software-Firmen über die BT-Infrastruktur ihre Produkte in SaaS-Form bieten können, ist noch unbekannt. Doch innerhalb eines halben Jahres konnte sicher noch keine florieende Industrie drumherum entstehen. Aller Anfang ist eben schwer.

Ob sich das einfache SaaS-Angebot des deutschen oder die offene, komplexe und ausgeklügelte Lösung des britischen Ex-Monopolisten eher im Business-Bereich durchsetzen werden, muss sich noch zeigen – aber kann Signale für die Zukunft kommerzieller SaaS-Lösungen setzen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich die Dienste der Telekommunikationsgiganten in lokalen Märkten gegen die Marketingmacht des Weltgleichmachers Google durchsetzen können. (mk)