US-Provider verkaufen Nutzerprofile an Werbe-Unternehmen

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In den USA ist ein Skandal ausgebrochen: Internet-Provider sollen ohne die Zustimmung ihrer Kunden sämtliche Online-Aktivitäten protokolliert und gewinnbringend verkauft haben.

Mindestens 100.000 US-Amerikaner sind von der Nutzerspionage direkt betroffen und mindestens 10 Prozent aller amerikanischen Internet-User waren Versuchspersonen. Internet-Provider sammelten die Datenpakete, die von jedem Rechner in ihrem Netzwerk aus versendet wurden und verknüpften diese zu einem detailierten Personen-Profil. In die Liste aufgenommen wurden jede besuchte Webseite, jede versendete Email und jeder eingegebene Suchbegriff, berichtet die Washington Post. Das dabei zum Einsatz gekommene Verfahren nennt sich “Deep-Packet Inspection”.

“Du willst nicht, dass dein Telefon-Anbieter deine Telefonate abhört, genauso wenig möchtest du, dass dein Internet-Provider dein Webverhalten abhört”, meint Ari Schwartz vom Center for Democracy and Technology, einer Anwaltsgruppe. Die Angst davor, dass die Anbieter diese Informationen an Dritt-Unternehmen weitergeben sei zu groß, warnt Schwartz. In der Tat ist allerdings genau das geschehen. Die Provider verkauften die erstellten Profile an Werbetreibende. Von Seiten der Internet-Anbieter heißt es lediglich: Die gesammelten Daten reichen nicht aus, um eine eindeutige Person zu identifizieren. (mr)

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