Musikindustrie auf dem Weg zur Einsicht?

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Während vor allem in Deutschland noch das Konzept der ISPs als Hilfspolizisten als Rettung der Musikindustrie herausposaunt wird, setzt nach Warner nun auch EMI auf Mitarbeiter, die schon im 21. Jahrhundert angekommen sind.

Douglas Merrill, der neue Chef der Digital-Abteilung von EMI, hat sich seine Sporen bei Google verdient und vertritt – was Wunder – Positionen, die in der Industrie bisher als Satanswerk galten.

In einem Gespräch mit news.com meint er etwa, dass es Daten gibt, die belegen, dass Filesharing nützlich für Künstler sein kann – weshalb also sollte man es immer bekämpfen? Fans zu verklagen oder zu bestrafen hält er jedenfalls nicht für eine erfolgversprechende Strategie.

Wunderformeln zur Lösung der in der Mehrzahl hausgemachten Probleme der Musikindustrie hat der als Außenseiter angeheuerte Merrill nicht. Braucht er seiner Philosophie zufolge aber auch nicht: Wie bei Google gehe es darum, mit Lösungen zu experimentieren und aus den Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen. Das könnte seiner Meinung nach ein anzeigenfinanziertes Modell à la Google sein, ein Abo-Modell oder auch eine ISP-Gebühr. Das könne man ja mal ausprobieren und sehen, wohin es führt. Was Nine Inch Nails gemacht hat, hält er jedenfalls für interessant und aufschlussreich .

Wie erfolgreich Merrill selbst sein wird, bleibt natürlich abzuwarten; angenehm ist auf jeden Fall, dass langsam in der Industrie Manager auftauchen, die nicht überall Piraten sehen und sich abstruse Verfolgungsmechanismen ausdecken. Wär’ schön, wenn’s in Deutschalnd auch mal so jemand gäbe. [gk]

news.com