Kritik zur Internet-Elefantenhochzeit von WAZ und WDR

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Im Westen nichts Neues? Genau das befürchten die Verteidiger der Pressefreiheit im westlichsten Eck der Republik.

Die Online-Kooperation der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) hat Medienbeobachter aufgescheucht. Die Pressefreiheit im Internet sehen sie gefährdet, den journalistischen Einheitsbrei sehen sie über den Web-Horizont herandonnern (kann Brei donnern?). “Die Konkurrenz prüft bereits rechtliche Schritte”, berichtet schon das Branchen-Magazin W&V. “Diese Elefantenhochzeit ist nicht gut für die Meinungsfreiheit. Es ist schon fragwürdig genug, wie exzessiv eine Rundfunkanstalt, die vom Gebührenzahler am Leben gehalten wird, das eigene Internet-Angebot ausbaut und damit der privaten Konkurrenz das Wasser abgräbt”, kommentierte der Düsseldorfer Wirtschaftsexperte Jörg Peisert.
Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), sieht dies ähnlich. Die Kooperation sei ein “Angriff auf die Meinungsvielfalt und den fairen Wettbewerb” und mache den Drang der Öffentlich-Rechtlichen “nach Marktbesetzung und Kommerzialisierung mehr als deutlich”, zitiert die W&V. Die Nachrichtenagentur ddp  sieht die Elefantenhochzeit ebenfalls skeptisch, da viele WDR-Beiträge ja eigentlich auf ddp-Meldungen beruhen. “Wenn bei der Kooperation Inhalte aus unserem News-Ticker ohne Vergütung auf neuen Plattformen verwendet würden, müssten wir was unternehmen”, kündigte ddp-Chefredakteur Joachim Widmann an. Tja, im Westen wird halt wieder scharf geschossen. (rm)

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