Neue Konzepte für Firefox 4

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Firefox 3 scharrt an der Startlinie, um Microsofts Internet Explorer weiter abzuhängen. Und die Entwickler arbeiten bereits an bahnbrechenden neuen Konzepten für die vierte Version.

Firefox 3 Beta 4 legt schon ein beachtliches Tempo vor. Der erste Release Candidate soll Anfang Mai kommen, die endgültige Version des Browsers wird für Juni erwartet. Microsoft ist bei der Aufholjagd mit IE 8 sogar gezwungen, auf die breite Bahn allgemein akzeptierter Standards einzuschwenken.

Im Gespräch mit Webware ließ sich Chris Beard, Vice President Labs von Mozilla, Näheres über Firefox 4 entlocken, der im nächsten Jahr folgen soll. Der Webbrowser müsse sich entfalten, denn das Konzept habe sich in den letzten 10 Jahren nicht grundlegend weiter entwickelt, sei noch immer ein isoliertes Stück Software. Mozilla Labs wolle die Grenzen des Browsers verschwimmen lassen, ihn einerseits mehr mit dem Computer integrieren, auf dem er läuft, und ihn andererseits stärker in Webdienste einhaken. Das werde ihn zu einer mächtigen und alles durchdringenden Plattform für jede denkbare Art von Anwendung machen.

Zwei getrennte Projekte treiben diese grenzüberschreitende Entwicklung bei Mozilla voran, Prism und Weave. Prism soll den Browsing-Core den Entwicklern von Anwendungen zugänglich machen, damit sie richtig leistungsfähige Web Apps schaffen können, die nicht unbedingt wirken wie Web Apps. Dahinter steht der Traum, jede Website oder App in eine Anwendung verwandeln zu können, die direkt vom Desktop läuft. Sites / Apps sollen auch dann funktionieren, wenn sie nicht mit dem Internet verbunden sind. HTML 5 und Prism machen Google Gears überflüssig, prophezeien die Mozilla-Visionäre.

Weave erweitert den Browser in die andere Richtung, nicht zum Desktop hin, sondern ins Internet. Die individuelle Browsing-Erfahrung soll immer gleich bleiben, egal welcher Maschine man sich gerade bedient – ob von verschiedenen PCs aus, einem Notebook oder dem Smartphone. Das bedeutet die Synchronisierung von Lesezeichen, Heimatseiten, Favoriten und Passwörtern über einen Online-Dienst, mit dem sich der Benutzer beim Browserstart verbindet.

Firefox 3 lege die Grundlage für diese Entwicklungen. Wie Beard erklärte, spielt man in den Mozilla-Labs mit weiteren „verrückten Ideen“. Prism und Weave aber wolle man mit Version 4 angehen.

(bk)

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